Doris Knecht
| 12/07
| Kurier-Kolumne
Die Kollegin Sch. behauptet zwar, dass der kleine Panda Fulong ziemlich schiarch sei. Was erstens gemein ist und zweitens einerlei, denn eben hat uns die Eisbärin Olinka in Schönbrunn den Doppel-Knut geboren. Eisbären-Baby = süß. 2 Eisbärenbabys = uresüß. „Schnuckel-Zwillinge: Jetzt kann Knut einpacken“, schlagzeilte selbst der Schweizer Blick.
Eisbären-Zwillinge kann nun mal nicht jeder, und sollten wir die EURO 08 wider Erwarten doch nicht gewinnen: Europameister im putzige-Viecherl-machen sind wir schon, da können die Berliner ihren längst unputzigen, weil über zwei Zentner schweren Knut wieder in den Iglu schicken und sich etwas Spektakuläreres überlegen.
Allerdings mangelt es unseren Eisbären-Zwillingsbabys schwer am Mitleidsapekt, denn sie wurden nicht, wie der bedauernswerte Knut, von ihrer Mutter verstoßen. Woraus dem Tierpark Schönbrunn natürlich ein erhebliches publizistisches Aufmerksamkeitsdefizit erwächst, denn glücklicher Nachwuschs ist auch im Tierreich medial eher uninteressanter Nachwuchs. Wenngleich es selbstverständlich als klares Plus zu werten ist, dass wir bei uns in Wien nicht so herzlose Eisbären-Mütter haben (das kommt ja auch nicht von irgendwo; da ist ja auch milieubedingt).
Aber obacht, schon wollen die Berliner den Wiener Zwillingstriumpf nicht auf sich sitzen lassen: In Berlin nämlich, ließen die Berliner die Weltpresse wissen, seien – man könne das nicht so genau sagen, aber höchst wahrscheinlich – gleich drei Eisbärinnen trächtig, nämlich die Damen Nancy, Katjuschka und Tosca. Man erwarte den Nachwusch noch vor Weihnachten. So, so. Das wollen wir erst mal sehen.