Doris Knecht
| 01/08
| Kurier-Kolumne
Ein kleiner Vorsatz wird meinerseits jetzt noch schnell ins 2008er-Jahr geschnalzt: Nämlich nicht immer so viel motschgern. Positiver denken! Nicht immer nur auf das Schlechte bemerken, sondern das Gute, das da um die Ecke lugt, erkennen und erhaschen! Konstruktive Verschläge machen statt immer nur blöd kritisieren!
Die Kollegin B. warnt zwar, das Positiv-Denken-Paradigma sei längst als gefährlich entlarvt: denn ein Misserfolg beim Schönreden unabänderlicher Daseinsaspekte könne im schlimmsten Fall zur Suizidgefährdung führen. Das aktuell trendige Lebenskonzept, so Kollegin B., sei Realismus; der demoralisiere entschieden weniger. Aber ich weiche vor ein bissl Enttäuschungsgefahr sicher nicht zurück.
Und passen Sie auf, ich fange mit etwas richtig Schwierigem an und lobe als erstes den ORF. Ja, jetzt schauen Sie. Aber: Der Club 2 darf schon nach wenigen Folgen als erfolgreiche Reanimation der schönen öffentlich-rechtlichen Sitte gepriesen werden, Menschen, die etwas wissen, miteinander diskutieren zu lassen. Richtig diskutieren; so dass für Publikum ein Erkenntniszuwachs herausschaut, mit Moderatoren, die etwas Disharmonie nicht scheuen. Auch „Willkommen Österreich“ wird nach eher mauem Start jetzt richtig gut, was auch mit relevanteren Gästen zu tun hat: wenn Stermann und Grissemann sie jetzt auch noch zu Wort kommen lassen, dann wird das ure super.
Die neuen Mittagsköche sind lustig. Die ZiB 2 ist keine aufgeblasene ZiB1 mehr, sondern überzeugt mit Eigenleistung auch abseits der akuten Nachrichtenlage. Nur die technoschickschnacküberwuzelte ZiB1 wirft mich in präpositive Muster zurück... Da schau ich lieber weg.