Doris Knecht
| 01/08
| Kurier-Kolumne
Die Kolumne über den unfähigen Installateur der Wiener Firma G. aus der Mariahilferstraße, der für Nixwissennixkönnen 207 Euro kassierte (
www.kurier.at/interaktiv/blog/knecht) regte nicht nur zahlreiche Leser auf. „Kundenfeindliches Verhalten“, schreibt Herr St., „Da hört sich doch der Spaß auf“, Herr B. „Das nächste Mal: nichts bezahlen, abwarten“ und den Richter entscheiden lassen, meinte Herr H.
Frau B. schrieb: „Sie haben der Frau R. hoffentlich empfohlen, sich an die Wirtschaftskammer zu wenden.“ Aber das war gar nicht nötig, denn schon am Sonntag (vorbildlicher 24-Stunden-Service!) war in meiner Mailbox eine Stellungnahme der Installateursinnung der WKW, in dem ein Mag. Sch. meinte: „Das von Ihnen zitierte Schreiben des Installateursbetriebes ist zweifellos indiskutabel und ein Beispiel für perfekte Kundenabwehr.“ Natürlich sei es dem Gas- und Sanitärtechniker erlaubt, „Arbeiten im Bereich der Elektrotechnik durchzuführen, wenn es um Gasgebrechen geht. Ein Fachmann sollte „nicht nur wissen, was er darf, sondern vor allem auch sein Handwerk beherrschen“. Man versuche, gegen schwarze Schafe wie die Firma G. vorzugehen; aber Kunden müssten diese Betriebe halt melden. Die Kosten von 207 Euro allerdings erscheinen Mag. Sch. „in Ordnung (inkl. Wegzeiten, je nach Uhrzeit 50% Aufschlag)“.
Ja, seine Ordnung mag das haben. Die meisten Menschen allerdings – z. B. Menschen, die mit Stundenlöhnen zwischen acht und 15 Euro eine Familie ernähren müssen – halten 207 Euro spontan für einen enormen Betrag, selbst wenn sie nicht von kompletten Nieten aufgesucht werden. Und was macht Schwarzarbeit so extrem attraktiv? Genau solche ordentlichen Kosten.