Leserschaft, es geht nicht anders: Jetzt wird einmal zurückgerügt. Weil! Sie! Ich bat um konstruktive Vorschläge zur Verlängerung der EUROphorie-Liste! Ich wollte Ihren ehrlichen Optimismus! Ich wollte zynismusfreies positives Denken! Und das war ernst gemeint!
Und was schicken Sie mir? „Ich fiebere dem 7. Juni entgegen“, schreibt Leser Günther G., denn dann werde „unsere schiarche Ringstraße endlich einem vernünftigem Zweck“ zugeführt: „Zwischen Burg und Rathaus wird sich eine enthemmte, besoffene, grölende Hor...“. Ich breche das hier ab, weil, nein!, Herr G., so! nicht! Ingrid R. freut sich, dass sie in kleinen Supermarkt-Filialen jetzt immer geiles EURO-Merchandising findet, wo früher langweiliges Brot war, aber auch diesen Vorschlag muss ich aufgrund zweifelhafter Motive ablehnen. Susanne P. wiederum kann den „massiven Anstieg des Testosteron-Aufkommens in dieser Stadt“ kaum erwarten. Ich bin sicher, dass es Menschen gibt, denen es tatsächlich so geht, aber Frau P., die ich zufällig persönlich kenne, gehört verlässlich nicht dazu: Setzen, nicht genügend!
Christa E. erfreut die Aussicht, dass „ich zu Hause in aller Ruhe meine Bücher lesen kann, weil mein Freund – ziemlich sicher ziemlich betrunken – vor einer Videowall an diesem Event des Jahres teilhaben wird.“ Na gut, das lassen wir ge-ra-de noch gelten.
Völlig aus der Luft gegriffen!!! kritzle ich hingegen mit Rotstift neben Michael G.s Eingabe: „Unsere Exekutive wird endlich wieder einmal Gelegenheit haben, die kombinierte Suggestivkraft von Schlagstock und Fußtritt am lebenden Objekt auszutesten.“
So, und jetzt probieren wir’s noch einmal. Und diesmal ernsthaft ernst.