Doris Knecht
| 01/08
| Kurier-Kolumne
Gesetzlich, so informiert die Servicehomepage HELP.gv.at , ist das Höchstalter von Adoptiveltern nicht festgelegt. Praktisch bekommen adoptionswillige Paare im Inland kein Kind mehr zugesprochen, wenn die Frau über 34 Jahre alt ist, für Auslandsadoptionen gilt 40 als Höchstalter.
Dass Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky diese Grenze nun auf 45 Jahre erhöhen und damit der gesellschaftlichen Realität anpassen will, ist gut: Schließlich bekommen immer mehr Frauen ihre Kinder erst nach dem 35. Lebensjahr, viele erst jenseits der 40. Aus guten Gründen: Ausbildung, Berufserfahrung, Karriere-Stabilisierung, die Suche nach dem Optimal-Vater, exzessiver Nachtlebens- und Kulturkonsum. All die Dinge, denen die Vollzeit-Versorgung von Kleinkindern zumindest vorübergehend extrem abträglich ist. Und man will demNachwuchs nicht dereinst vorwerfen, man habe seinetwegen etwas verpasst.
Wenn eine Frau dann mit 39 oder 41 schmerzhaft lernen muss, dass sie keine Kinder gebären kann, ist es für die Adoption eines elternlosen Kindes zu spät. Und während die einen bis 45 akklamiert Kinder in die Welt drücken, werden die anderen mit 40 als für die Mutterschaft zu alt aussortiert. Das ist ungerecht.
Bei Auslandsadoptionen wiederum geht es, wie jüngste Recherchen bitter gezeigt haben, nicht immer mit rechten Dingen zu. Genau so wichtig wie die Erhöhung des Höchstalter wäre deshalb, potentielle Adoptiveltern durch Regelvereinheitlichung, breite Unterstützung und strenge Kontrollen der Adoptionsvermittler davor zu bewahren, unter Kinderhandelsverdacht zu geraten. Sich ein Kind zu wünschen, ist legitim: und das muss es auch bleiben.
Bin ich schlecht, weil's mir jedesmal einen Stich gibt, wenn ich "Homepage" lese, wo "Website" hingehörte? Und wenn ja: gibt's dagegen Tabletten?