Doris Knecht
| 01/08
| Kurier-Kolumne
Spannende Lektüre vor der EURO: Die Sicherheitstipps der Wirtschaftskammer an die Gastronomie. Da wird unter anderem empfohlen, die Tische rasch abzuräumen, Zweck: „Reduzierung möglicher Wurfgeschosse“. Nun lässt sich einerseits ein Wurfgeschoss, bevorzugt eines aus Glas oder Porzellan, am effizientesten reduzieren, indem man es schwungvoll beschleunigt und dann an einer Wand oder an einem Gegner abprallen lässt, während es durch umsichtiges Abräumen meistens unreduziert bleibt. Andererseits wissen wir, was gemeint ist, und das verstärkt meine eh schon überschäumende Vorfreude auf die EURO noch weiter.
Weiters rät die WKO, beraten vom Innenministerium, den Wirten zu einer „Musikuntermalung mit dämpfender, aber nicht einschläfernder Musik.“ (Warum eigentlich? Schlafende Fussballraudis = harmlose Fussballraudis.) „Die Musik sollte auf das Publikum abgestimmt sein, und eher zum Mitsingen anregen. Dadurch können Schlachtgesänge unterbunden werden.“ Leider vorenthält die Wirtschaftskammer eine Auswahl von Liedern, die einen Saufkopf, der gerade willens ist, die Schädeldecke eines Feindes mithilfe eines Barhockers zu reduzieren, von seinem Vorhaben abzuhalten imstande wäre. Das reiche ich hiermit nach: Lenny Kravitz: „Let Love Rule“. Elvis Costello: „(What’s so Funny ’Bout) Peace, Love and Understandig“. The Beatles: „Why Don’t We Do It On The Road“. Aretha Franklin: „Respect Yourself“. The Hollies: „He Ain’t Heavy, He’s My Brother. André Heller: „Die wahren Abenteuer sind im Kopf“.
Trotzdem empfiehlt die WKO, die Möbel am Boden festzuschrauben, vor allem im Freibereich. Ich freu mich so auf die EURO.