Doris Knecht
| 01/08
| Kurier-Kolumne
28 Prophezeiungen für 2008, die sich eher nicht erfüllen werden: Die Bahn wird immer pünklich sein und ihre Kunden stets mit Umsicht und Respekt behandeln. Die Post wird niemanden ärgern. Manager in staatsnahen Betrieben werden soviel verdienen, wie sie verdienen.
Es werden nur Gesetze verabschiedet, die von allen Parlamentariern und Regierungsmitgliedern gelesen und verstanden wurden. Es wird ein Tabakgesetz geben, das Nichtraucher nicht verhöhnt. Die Regierung wird tüchtig und effizient zusammenarbeiten und Friktionsfreiheit vor Fraktionszwang stellen. Vor dem Gesundheitsministierum wird eine Schweinsbraten-mit-Krautsalat-Statue enthüllt.
Die EURO 08 wird ein rauschendes Fest, bei dem sich die österreichische Mannschaft nicht blamiert. Die Schweizer werden herzliche Freunde. Die Deutschen auch. Die Polen auch. Und die Kroaten. Die Fanmeile am Ring bekommt den Friedensnobelpreis.
Karl Heinz Grasser und Julius Meinl V. bekommen doch nicht den Wirtschaftsnobelpreis und stiften aus Protest den Wirtschaftsstruwwelpreis.
Der ORF besinnt sich auf seinen öffentlich-rechtlichen Status und sendet kein abgeschautes Privatfernsehen mehr. Die ZiB-Doppelmoderation erweist sich als historischer Irrtum. Sport spielt im TV nicht mehr so eine große Rolle. „Im Zentrum“ wird noch richtig spannend, und es dürfen auch Frauen mitmachen. Alfons Haider wird um eine mediale Auszeit bitten, weil er ein Weilchen in sich gehen möchte.
Die Besten gewinnen. Die Schuldigen werden bestraft. Die Guten werden belohnt. Karl Heinz Grasser und Julius Meinl V. erhalten den ersten Wirtschaftsstruwwelpreis.