Doris Knecht
| 01/08
| Kurier-Kolumne
Spaß ist, da brauchen wir hier jetzt nicht lang herumzujodeln, relativ. Das weiß jeder, der Nachbarn hat.
Nicht relativ ist hingegen die Orthografie von Spaß: Es endet der Spaß, Rechtschreibreform hin oder her, mit scharfem S. Außer in der Schweiz, und dort kandidiert die FPÖ meines Wissens nicht.
Denn während die Frau Winter am Sonntag beim Neujahrstreffen der FPÖ ihre beeindruckenden Islam-Kenntnisse präsentierte, leuchtete hinter ihr ein Wahlplakat, und darauf stand in den gewohnt zurückhaltenden Lettern: „Moscheenbau macht keinen Spass“.
Das kitzelt nun doch unser Interesse, und zwar weil uns der Begriff Spaß im Kontext mit der Bauwirtschaft bisher wenig geläufig war. Existieren Gebäude, bei denen das Zusammenfügen von Ziegelsteinen und Mörtel oder das Gießen von Beton mehr Spaß macht als bei Moscheen? Kirchen etwa? Oder Einkaufszentren? Doppelgaragen vielleicht? Und woher schöpft die FPÖ ihre Spaßermittlungsskompetenz im Zusammehang mit Moscheenerrichtungen? Wurden FPÖ-Mitglieder gezwungen, Moscheen zu bauen? Oder traten Moscheen-Bauarbeiter aus Erbitterung über den unterirdischen Spaßquotienten beim Moscheenbau der FPÖ bei?
So dass die FPÖ nun mit Fug und Recht ihren Erfahrungsvorsprung ausspielen kann, und sagen: Also speziell das Aufmauern von Moscheen, der Aushub von Moscheen-Fundamenten und des Decken von Moscheen-Dächern macht gar keinen Spaß; und deshalb wollen wir den Rest der Bevölkerung nun mit Warnplakaten davor bewahren, sich mit allzu großen Spaß-Erwartungen in den Moscheenbau zu stürzen. Ganz lieb, danke!