Doris Knecht
| 02/08
| Kurier-Kolumne
Das ist nicht gut für mein heuriges Anti-Motschgern-Programm. Weil: Penetrantes Sudern nützt offenbar. Das jedenfalls schließen die Anonymen Euroskeptiker (AEUS), denen ja vor allem die Fanmeile am Ring ein Quell sprudelnden EURO-Pessimismus ist, aus Äußerungen von Vizebürgermeisterin Grete Laska gegenüber der Presse. Sie meinte nämlich zum Thema Public-Viewing-Bereiche, es werde „unter Umständen zwei weitere geben: Bei den Gasometern und auf der Donauinsel“. Na, was sagt man dazu.
Ist doch schön, dass die Stadt schon 17 Wochen vor Beginn der EURO bemerkt, dass sie über Orte verfügt, die sowohl die Kapazitäten als auch die Infrastruktur haben, große Menschenmengen zu fassen, zu verpflegen und sanitär zu versorgen. Im Unterschied zu einer zentralen, bimbefahrenen Straße zwischen empfindlichen Prachtbauten und schönen Parks: Es ist eine späte, aber gute Idee, die Fan-Massen ein bisschen über die Stadt zu verteilen und ihnen so auch den Rest von Wien zu zeigen. (Apropos Massen: Das schweizer Beharren auf ein Leben ohne scharfes ß könnte, sollten während der EURO die Massen in Maßen trinken, auf eine harte Probe gestellt werden.)
Und apropos Schweizer. An dieser Stelle muss ich im Zusammenhang mit der EURO-Wurstkrisen-Kolumne einen verheerenden Fehler eingestehen, vor allem, da er einer passierte, die fast zwei Jahre in Zürich lebte: Die Schweizer Nationalwurst, Damen und Herren, heißt, wie mich Patrick H. aus Wängi höflich korrigiert, natürlich Cervelat. Nicht Geschwellte. Gschwällti sind (es gibt dafür erstaunlicherweise keinen Viennismus) Pellkartoffeln. Richtig, das ist ein bisschen peinlich.