Doris Knecht
| 02/08
| Kurier-Kolumne
Die Freundinnen freuen sich schon giftig darauf, was passiert, wenn Richard Lugner Dita Von Teese in seiner üblichen Opernballgastgeber-Weise anfasst. Sie wissen schon, diese verschmitzte und natürlich üüberhaupt nicht so gemeinte Art des Ausgreifens; ein Gottschalk, wer Böses dabei denkt. (Kommt der eigentlich auch?)
Denn Dita Von Teese, keineswegs irgendeine dahergelaufene Stripperin, sondern eine der stolzesten Frauen des Planeten, wird das Betatschtwerden eventuell nicht so gnädig hinnehmen. Zudem gehört Dita Von Teese zweifellos zu jenen Damen, die wissen, dass spitze Schuhen noch für ganz andere Kunststücke einsetzbar sind, als damit zu trippeln und zu tanzen. Das sollte Lugner eventuell lieber gewärtigen.
Die Freundinnen schauen sich den Opernball natürlich heute im Fernsehen an. Während ich mit voraussehbarer Erfolglosigkeit versuchen werde, den Videorecorder zu programmieren, um mich sodann zu einem Popkonzert zu begeben, das perfiderweise ebenfalls am Ring stattfindet, und zwar ein Stück hinter der Oper.
Das könnte sich als Problem erweisen. Gerüchteweise soll ja heuer vor der Oper wieder einmal das Anti-Opernball-Ballett zur Aufführung kommen, in einem hoffentlich beiderseits der Sperrgitter hübsch choroegrafierten Schauspiel von Demonstranten und Polizei. Wobei der neue rote Teppich ein frisches Spannungselement in die über die Jahre etwas lahm gewordene Außen-Inszenierung bringen könnte.
Natürlich könnte ich die unbehinderte Route in die andere Ringrichtung wählen. Ich fürchte nur, die Neugier wirds mir nicht erlauben. Ein bisschen was vom Opernball will ich auch sehen: Und mit dem Recorder wird’s eh wieder nix.