Doris Knecht
| 02/08
| Kurier-Kolumne
Heuer ist konstruktives Denken angesagt. Heißt konkret, diese Kolumne stochert nicht mehr nur lustvoll in den so herumliegenden Problemen umadum und überläßt deren Lösung den zuständigen Stellen, nein: jetzt wird mitgelöst. Jetzt hagelt’s konstruktive Vorschläge, jetzt setzt’s Ideen zur Weltverbesserung im Kleinen und im, naja, Mittelkleinen. Diesmal: Rauchen im öffentlichen Raum.
Die Kollegin G. verbrachte kürzlich ein paar Tage in Zürich und hat in den lokalen Restaurants folgendes erlebt: Überall dort, wo gegessen wurde, wurden die Gäste gebeten, nicht zu rauchen. Die Gäste entsprachen dieser Bitte ohne Murren, und gingen, wenn sie rauchen wollten, hinüber an die Bar oder hinaus vor die Tür. In anderen Lokalen wiederum waren auf den Tischen Schilder aufgestellt, auf denen über ein zeitlich begrenztes Rauchverbot informiert wurde: ab 18 oder 20 oder auch 22 Uhr dürfe hier geraucht werden.
Und das erscheint mir ein relativ pragmatischer und praktikabler Schritt, die Interessen von Rauchern und Nichtrauchern allmählich zur Deckung zu bringen, und Raucher auf lieb daran zu gewöhnen, dass nicht mehr immer und überall geraucht wird.
Es wäre, denke ich, nicht zu viel verlangte Raucher-Rücksicht, dort konsequent nicht zu rauchen, wo gegessen wird, und dann nicht, wenn Kinder dabei sind. Im Gegenzug würden wir Nichtraucher, spät am Abend im Klein-Lokal, wenn alle satt und alle Kinder im Bett sind, freiwillig etwas Raucher-Rauch in Kauf nehmen. Das wäre, für den Anfang, vielleicht eine Verhandlungsbasis.
Was man allerdings bedenken muss: Wenn man die Zürcher um Rücksichtbittet, nehmen die Zürcher Rücksicht. Die Wiener: hm.
Nein. Abgelehnt. Zum einen funktioniert sowas in Wien eh nicht (wie Sie ja selber vermuten), zum anderen habe nicht ich als Nichtraucher auf die Raucher Rücksicht zu nehmen, sondern nur umgekehrt.
Und Aussssss!