Doris Knecht
| 02/08
| Kurier-Kolumne
Die unbelehrbaren Falco-Verherrlicher, die derzeit durch die Medien marodieren und nun die Ziegelofen-Gasse ihres Namens berauben wollen, wurden vom ehrenwerten Kollegen Tartarotti eh schon zu 20 Zeilen schweren Sarkamus verurteilt; völlig zu Recht.
Wenngleich ich einräumen möchte: Wer die Falco-Stiege kennt, würde nicht wollen, dass etwas, das aussieht wie aus der Sommerschlussverkauf-Postwurfsendung eines Baumarkts nach ihm benannt wird. Da wird man ja noch ja lieber von einem Abschnitt der Südosttangente in Erinnerung gehalten, da ist man wenigstens periodisch im Verkehrsfunk. Verträumte Gässchen mit viel Denkmalschutz, hübsche Brunnen, kopfsteingepflasterte Platzerl, kleine Parks wie jener, der eben nach der 1986 verstorbenen Schauspielerin Dorothea Neff benannt wurde: Das hat man gern.
Wo bei man ruhig auch öfter einmal an die großen Lebenden denken könnte: Barbados bitte hat einem 20jährigen Popsternchen eben einen eigenen Feiertag freigeräumt. In Wien: Immer nur Ehrenzeichen, silber, gold, fad. Da hat ja niemand was davon, das kann man besser machen, volksnäher, mit optimiertem Nutzfaktor. Eine Lugner-City haben wir: Warum nicht auch eine Toni-Polster-Garage, einen Schneckerl-Kiosk, eine Hermann-Maier-Weiher, einen Helmut-Zilk-Bezirk, einen Alfons-Haider-Poller, ein H.C-Strache-Pis... Aber halt, aufgepasst, was man nach wem benennt: da lauern Zerwürfnisse wie zwischen Ikea und den Dänen.
Grundsätzlich aber ist Wien tragisch unterbenamst; was da namenloses Zeug herumsteht: Ampeln, Hecken, Verkehrsschilder, Büsche, Bäume; Bauzäune Geben wir ihnen Namen. Falco hat eh seine Stiege.