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Doris Knechtder doris-knecht-blog: geschriebenes, gefundenes, beschwerden, einwände, trost, rat, lob, tadel und was sonst so anfällt. aus: falter, kurier, presse, profil, tagesanzeiger, anderswo und der werkstatt.
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 moblog  picture - 17. June 2008 08:08 
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31.03.08

Das stimmt eigentlich

| Comments (0) | 03/08 | Falter-Kolumne

Der Kollege McDings, der all meine Offerten, ihm schnell itunes zu installieren, mit aggressivem Schweigen beantwortet hat, schreibt mir ein Mail: Er möchte sich so ein winziges Kasterl kaufen, wo man Musik hineinzaubern kann, er brauchts zum Laufen. Ob ich ihm sagen kann wie das funktioniert. Ich mail ihm zurück, ich kann, ob ich schnell hochkommen und ihm itunes installieren soll. McDings mailt, er will kein blödes itunes, er will in einen ipod Songs von seinen CDs einitun, weil die Scheißindustrie keine Kassettenwalkmen mehr herstellt. Ich mail ihm, itunes also, und der McDings, IQ irgendwo im Bereich 140 plus, mailt, ich soll ihn mit so einem neuen Mist in Ruhe lassen, er kann nicht mal den Senderspeicher vom Autoradio. Ich mail ihm: wenns der Lange kapiert, kapierst es auch du. Der McDings mailt, er hasst hasst hasst aber ... weiter lesen ...
30.03.08

Bettler wählen ja nicht

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Eins ist klar: Es kann nicht darum gehen, wie wir uns fühlen, wenn wir bettelnde Kinder auf der Straße sehen. Es geht  nur um das Wohl dieser Kinder.
Dass uns das schlechte Gewissen darüber drückt, dass es uns gut und den Bettlern schlecht geht, ist ein unendlich kleiner Preis für das Privileg, nicht in   bitterer Armut leben zu müssen.   Der Anstand verbietet, dass wir aus dem Impuls der Gewissensbissvermeidung zur Problemunsichtbarmachung schreiten, in dem wir das Betteln einfach verbieten. Das ist zu billig. 
Trotzdem: Kleine Kinder haben am  Straßenrand nichts verloren, größere gehören in  die Schule. Die Situation bettelnder Kinder, besonders, wenn die Erwachsenen, die sie zum Betteln missbrauchen, nicht ihre Eltern sind, ist für die Kinder unerträglich und  unzumutbar. Und unmenschlich.
Dagegen sollte eine funktionierende Kommune etwas zu unternehmen imstande sein: Aber von allen Maßnahmen, die man dafür ins Auge fassen könnte, ist das Instrument der  saftigen Geldstrafe hier das unangebrachteste. Es ist eine Verhöhnung dieser Menschen, die sich für einzelne Cent-Stücke erniedrigen, wenn man ihnen derart ungeheure Strafen - bis zu 700 Euro – zumutet. (In diesem Kontext interessant: Während sich die Stadt konsequent weigert, Wiener Hundekot-Bürgersteig-Verschmutzer empfindlich zu bestrafen – was in dieser Sache das einzig zielführende wäre –, beschließt man munter enorme Geldstrafen für ausländische Bettler. Aber die wählen ja nicht.)
Ja: Es braucht Hilfe und eine Lösung für die bettelnden Kinder. Das ist sie nicht.

barcelona.unlike
Never get lost in Barcelona

28.03.08

KRRRRKK

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Es ist  überaus befriedigend, wenn die Vorschläge dieser Kolumne berücksichtigt werden (auch wenn das für die Zukunft heißt: aufpassen, was man vorschlägt, es könnte befolgt werden). So wurde die große Schmollition hier vor  Ostern angefleht:  Bitte Schluss mit dem Gezanke, und, tada!, nach Ostern war  Schluss mit dem Gezanke. Was mit einem vielbeblitzten Händedruck von Kanzler und Vizekanzler besiegelt und  obendrüber von beiderseitigem Gelächle hübsch beschlag-obershäubelt wurde. 
Der Händedruck als solcher wird für gewöhnlichals Respektgeste eingesetzt und gilt – oder galt in pränotarieller Zeit – als vertragsadäquat. Aber dieser hier...
Es sind Vizekanzlers Finger, die man  des Kanzlers Hand umgreifen sieht, und sie tun es in derart knochenbrecherischer Weise, dass man die Kanzler-Mittelhandknochen knirschen zu hören vermeint.  Was wiederum  die Mutmaßung aufdrängt, ob Gusenbauers geöffneter Mund als Lächeln nur missdeutet wurde und er  in Wirklichkeit  vor Schmerzen brüllt. So kraftvoll drückt Molterer zu, dass seine Knöchel  hervortreten und  das Blut in den Fingergliedern und unter den Nägeln schwillt, die vor lauter Druck an den Rändern weiß leuchten.  Krk. Krrrrrkk.
Dieser Händedruck macht mir koaltionsbezüglich ein wenig Angst, weil unklar ist, was er signalisiert: „Du, Fredi, ich bin ureuphorsiert über unseren dritten Neustart, juhu!“ Oder: „Gusenbauer, früher oder später treffen wir uns auf der Blutwiese.“ Mein hoffnungsschwangerer Vorschlag: juhu.
27.03.08

Kleine Wunder

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Herr K. ruft mich an und sagt, er hätte da eine Geschichte, die Wiener Linien betreffend, und ich zücke den Kuli und mache mich auf das Schlimmste gefasst.  Geschichten, derentwegen mich die Leser anrufen, sind, speziell, wenn sie die Öffis, die ÖBB oder die Post betreffen, meistens unerfreulich. 
So wie, wer sich erinnert, jene Geschichten von der gnadenlosen Abstrafung von ÖBB-Monatskarten-Besitzern, die eine Station zu weit gefahren sind oder ihr Geldbörsel vergessen haben. Diese Sache nahm allerdings eine erfreuliche Wendung: Denn es rief mich eine freundliche wie zuständige ÖBB-Dame an und sagte, das seien nun wirklich sehr ärgerliche Vorkommnisse,  und die ÖBB wolle den Betroffenen  gerne die sogenannte „Kontrollgebühr“ von 76 Euro zu erlassen bzw. zurückzuzahlen.  Stammkunden-Service, quasi. Geht ja: gut.
Zurück zu Herrn K.: Der erzählte, wie er am Ostersonntag an der Rossauer Lände mit seiner Frau auf die U-Bahn wartete und dabei am gegenüberliegenden Bahnsteig einen gebrechlichen Herrn beobachtete. Der Herr,  geschätzte 70 oder 75 Jahre alt, humpelte auf zwei Krücken äußerst mühseelig den Bahnsteig entlang. Schließlich kam er zum Stehen, und alsbald fuhr eine U-Bahn ein. Allein, es war ein Kurzzug und der stoppte zwei oder drei Wagenlängen vor dem gebrechlichen Herrn, welcher sich  auf  Krücken und Füßen aufmachte, den Zug noch zu erreichen, was misslang. 
Dann, so Leser K., geschah folgendes: Der Zug fuhr an. Blieb wieder stehen. Und dann tat sich genau vor dem alten Herrn eine Tür auf und er wurde eingelassen. Soll noch einer sagen, es gebe keine Wunder: Manchmal werden sie von mitfühlenden U-Bahnfahrern vollbracht. 
26.03.08

Fick deine Mutter

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Diese Woche brachte die erfreuliche Nachricht, dass die Mimis einen Platz an dieser kuscheligen, kleinen Schule haben. Es sind dort alle sehr nett und engagiert und pro Klasse gibt es, schätze ich, ungefähr zwei Ausländer, Schweizer oder Dänen oder so, deren Eltern vermutlich im Management eines BioFood-Distributors arbeiten. Oder bei der UNO. Wir haben den Kindern auch realitätsnähere Schulen gezeigt, mit rauchenden, kraftwörterspuckenden Hauptschülern am Schulhof, in die sie trotzdem nicht wollten. Zugegeben, es ist leicht, zwei Sechsjährige dazu zu kriegen, unbedingt an die kleine, engagierte Schule zu wollen, wenn sie dort beim Tag der offenen Tür zehn frühere Kumpels aus dem Kindergarten in den Klassen treffen und die Kinder der Freunde, der Nachbarn und anderer bildungsnaher Eltern, die ihren Nachwuchs ebenfalls gern an einer kuscheligen, kleinen, engagierten Volksschule ohne gewaltaffine 14jährige wissen.
  Und wo das schlimmste Wort, das die Erstklässler nach Hause bringen, etwas ist wie wie wie... wie Nutella. Mama, was bedeutet das: Nutella? Das, Kind, ist ein ganz böses ... weiter lesen ...
26.03.08

Oje, ein Cut

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Kurz bevor wir zum Schwimmen aufbrechen, rennt sich eins der  Kinder den Kopf am Türrahmen an. Großes Gebrüll, und ich rufe: Himmel, müsst ihr euch denn ständig wehtun, ihr müsst besser aufpassen! Meine Mutter sagt, wenn die Kinder wachsen, haut es sie öfter hin, sie weiß auch nicht warum: ganz offenbar wachsen meine  gerade. Ich  tröste das Kind und lege es aufs Sofa, und wie ich gerade den Cool-Pack aus dem Kühlschrank holen will, sehe ich, dass es an der Augenbraue blutet. Oje, ein Cut. Armes Kind.
Wir fahren also nicht schwimmen, sondern in die Unfall-Ambulanz des AKH, und ich pack schnell noch ein paar Bilderbücher und den Schwimmbad-Proviant ein; Erfahrungswerte: einmal, als eins der Kinder Scharlach hatte, haben sie uns im St. Anna in einer Quarantäne-Kabine vergessen; kein Witz.
Im AKH melde ich uns an, wir warten ein wenig, werden aufgerufen, das Kind wird angeschaut, wir warten wieder ein wenig, das Kind wird geröntgt, wir warten noch ein bisschen und das Kind wird genäht. Und obwohl Sonntag ist und sie arbeiten müssen, sind alle Leute, mit denen wir zu tun haben, Schwestern, Ärztinnen und Ärzte, völlig freundlich mit mir und unglaublich lieb zum Kind: es bekommt leere Spritzen und bunte Pflaster und aufmunternde, anerkennende Worte, und deswegen bliebt das Kind auch ganz ruhig und gelassen, als es mit drei Stichen genäht wird, und es fließt keine einzige Träne.
Das war, obwohl Schwimmen besser gewesen wäre, eine gute Erfahrung: Dass in diesem riesigen Krankenhaus auch die kleinste Wunde am kleinsten  Patienten derart sorgfältig und einfühlsam behandelt wird. Und das gehört unbedingt gelobt.
24.03.08

Und jetzt zum Hasen

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Von allen Dingen,  die ich in der Woche vor Ostern unbedingt noch erledigen wollte – und die meisten habe ich tatsächlich erledigt  – war  Ostereier-Färben mit den Kindern eine der wichtigsten; und das habe ich vergessen. Typisch. Das steht jetzt noch an, denn eine Sache kommt für mich einfach nicht in Frage: fertig gefärbte Eier im Supermarkt kaufen. Ist mir unmöglich. Es muss sich dabei um ein genetisches Defizit handeln, das sich auch auf Faschingskostüme erstreckt (was ich Jahr für Jahr wieder verfluche, wenn Plüsch- und Satin-Teile aneinander nähe) sowie auf fertig gefüllte Adventkalender und pflegeleichte Polyesterchristbäumen: Das geht nicht, da bin ich konservativ.
Die zwölf  Eier vom Biobauern, die seit Tagen im Kühlschrank liegen, werden heute also irgendwann noch in  färbige Chemiebrühen getunkt, was mich vor das gleiche Problem stellt wie derzeit die EU: Ist es dann noch ein Bio-Ei? Im Unterschied zur EU gibt’s bei mir zuhause allerdings nicht ganz so strenge Richtlinien für Bio-Futter. Bzw., es spielte keine so große Rolle, wenn ich vergessen hätte, Ostern in den Bio-Auflagen-Katalog einzuplanen, wie es die EU vergaß, weshalb es für bunte Bio-Ostereier nun EU-weit keine Richtlinien gibt, weshalb sie fast überall nicht als Bio-Eier verkauft werden dürfen. Anders als die EU darf ich sagen: Schmecks, es ist halt ein irgendwie gefärbtes Bio-Ei, Hauptsache  es ist genau sieben Minuten gekocht.
Aber: nein, Kinder, malt lieber nicht auch noch etwas Hübsches mit meinem Permanent–Marker drauf, weil ich glaube, der ist wirklich giftig. Und jetzt her damit: ich muss sie dem Osterhasen übergeben: Nicht, dass ich das auch noch vergesse. 

21.03.08

Die große Schmollition

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Jetzt mal aus der Position der genervten Wählerin. Weil, diese Regierung. Was wird von dieser Regierung in Erinnerung bleiben? Dass sie mit Serien-Umfallern begann, dass gestritten wurde, dass zwischendurch im Ruckizuckiverfahren teilweise halbgare Gesetze im Dutzend beschlossen wurden, von deren Inhalt manche Regierungsmitglieder erst nach ihrem Beschluss Kenntnis erlangten, dass gestritten wurde, dass andere, überfällige Gesetze verschleppt werden, dass gestritten wurde. Und an eine wochen-, ja monatelange Paralyse, in der sich die Koalition offenbar nur mit einem einzigen Thema beschäftigte: der Koalition, ihrer Krise und wer auf wen warum schmollt.
 Es ist so eine Wenn-du-nicht-tust-was-ich-will-lad-ich-dich-nicht-auf-meine-Party-ein-Kindergärtler-Beleidigtheit. Aber im Unterschied zu den Kindern kann man  die SPÖ-ÖVP-Schmollition leider nicht genervt ins Zimmer schicken: Und ihr kommt erst wieder raus, wenn  ihr euch beruhigt habt und wieder lieb zueinander seid!  (Andererseits kann man die Kinder nicht abwählen, falls alles Zureden nix nicht nützt. Aber im Unterschied zu Regierungen will man das auch nicht.)
Das Problem bei abgewählten Regierungen: Es kommt oft nichts besseres nach. Deshalb hier der Appell der genervten Wählerin: Biiiiitte! Schluss jetzt! Hörts auf zu streiten und spielts, äh, regierts endlich miteinander!  Macht uns nicht noch politikverdrossener als wir  eh schon sind. Weil, Neuwahlen... Wozu den nächsten Stillstand wählen? Kostet nur sinnlos Geld: Lieber diesen hier zu Ostern  endlich beenden. Damit wir uns vielleicht doch noch an etwas anderes erinnern können als an eine große Schmollition.
20.03.08

Todschicke Küche

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Der Frühling ist da, die Bäume schlagen aus, der Bärlauch sprießt: Ich habe schon welchen gefangen, am Waldviertler Waldesrand, packte ihn in ein Sackerl, nahm ihn mit nach Wien, tat ihn in den Kühlschrank und vergaß ihn dort, bis er verfaulte. Den Kollegen T. wird das befriedigen, denn er hasst Bärlauch und findet, seine Erwähnung auf Speisekarten sollte bei Strafe verboten werden. Das finde ich nicht: Ein-, zweimal Pasta mit Bärlauch-Pesto gehören zum Frühling wie der Krokus.
Apropos Kochen. Denn Frühling heißt auch Möbelmessen  und Einrichtungsextras in   den Zeitungen, und was sehen wir da u.a.? Wir sehen die moderne Küche in all ihren schicken Ausformungen. Teure, edle Küchen, und die  Küchen-Designer, die sie sich  fürs 21. Jahrhundert ausgedacht haben, schauten dabei offenbar zuviel „CSI“: Diese Küchen sehen aus wie Seziersäle, die man täglich mit dem Schlauch  ausspritzt: nie soll der Verdacht auf sie fallen, dass darin  gepatzt, gelebt oder gar gekocht wird.
Nun will ich nicht meine Küche idealisieren, in der  Tassen von  der Decke baumeln, Teedosen und Gewürzgläser sich riskant stapeln,  wo große Töpfe und Bambusdämpfer unter der Eckbank hervorlugen, wo sich Kochbücher an Marmeladen an Schnäpse drängeln und die Arbeitsfläche vom Gemüse-Hacken ganz zerkratzt ist: reine Stauraummangelwirtschaft. Keine schöne Küche,  aber  eine Küche, aus der wir bei größeren Einladungen die Gäste mit Fußtritten   nach drüben, an den großen Tisch im Wohnzimmer treiben müssen, weil: in der Küche ist es viiiiel gemütlicher.
Ich frage mich: Wer kocht  und  isst gern in einer Prosektur? Und was gibt’s heute im Seziersaal? Bärlauch-Nudeln? Eher nicht.
19.03.08

Oder nach dem Alphabet

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Der Urban hab ich den geplanten Kinobesuch  abgesagt, denn ich musste meine Bücher sortieren. Wie langweilig kann man eigentlich werden? Das hat sich, glaub ich, auch Sedlacek gedacht, neben dem ich auf Mizzis Geburtstagparty zu sitzen kam: Wir stießen auf Mizzi an, ließen uns von Anna in inniger Umarmung fotografieren und erinnerten uns mit sentimentalem Gegrinse daran, wie wir einmal fast... aber nur fast. Den Großteil meines Konversationsanteils befüllte ich mit kleinen Schwänken aus meinem Leben, die nur unzureichend davon abzulenken vermochten, dass es von meiner Existenz nicht viel zu berichten gibt, außer Langweiliges. Also langweilig für Mover und Shaker wie Sedlacek, die ein Leben voll beruflichem Abenteurertum, gesellschaftlicher Risikobereitschaft und sexueller Ausschweifung im In- und Ausland führen. Und auch wenn ich von früher weiß, dass das oft spannender klingt als es ist und immer aufreibender ... weiter lesen ...
19.03.08

Außergewöhnliche Phänomene

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Da scha; lustig. Natürlich: Das das kommt in Zeiten konzentrierter Nachrichtenlage immer wieder vor, dass Tageszeitungen zufällig mit gleichen Titelfotos, seltener sogar mit identen Schlagzeilen aufmachen.
Genau damit, mit dem Phänomen der Zwillingsschlagzeile, wurden wir am Montag überrascht. Denn es titelte die deutsche Bild: „Lothar Matthäus: Neuer Busen für seine Schülerin“, während Österreich folgendes schlagzeilte: „Lothar Matthäus: Neuer Busen für seine Schülerin“. Derlei kann natürlich passieren; wenngleich die  Koinzidenz schon erstaunt, dass gleich zwei Blätter mit der Wendung „seine Schülerin“ finalisieren, wo man auch „seine Freundin“, „die Geliebte“, „seinen Scheidungsgrund“ oder „seine Liliana“ hätte hin dichten können. Wie gesagt, Zufälle gibt’s. Bloß stößt man im österreichischen Blattinneren auf ein Faksimile ebenjenes Bild-Titels, und nun drängt sich die Frage auf, ob es sich möglicherweise gar nicht um eine Zwillings- sondern um eine günstige Second-Hand-Schlagzeile aus dem  Gebraucht-Titel-Diskont  handelt: hmm.
Vom Gegrübel  abgelenkt wird man durch die Österreich-Feststellung, „dass sich ganz Deutschland über den Umstand wundert, dass ein dreifacher Familienvater eine solche Zuneigung zu einer 27 Jahren jüngeren Frau hegt“. Stimmt, das ist irrsinnig verwunderlich; normalerweise tendieren ältere Herren ja überhaupt nicht zu schönen, jungen Frauen, die sich von öffentlichem Ansehen und Geld so sehr beeindrucken lassen, das die Herren ihnen, jetzt nur z. B., Brüste nach Wunsch anmanipulieren können: Ein außergewöhnliches neues Phänomen, mit dem die sich Soziologie  noch ausführlich wird beschäftigen müssen.
18.03.08

Das hat ein Nachspiel

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Die Anonymen EURO-Skeptiker (AEUS) fragen sich, wie sie das Gerücht, die ÖVP rüste für eine Nationalratswahl am 1. Juni, für ihre Zwecke nützen können. Bzw., was es  bedeutet: Vielleicht ist der ÖVP-Neuwahl-Vorstoß ja als Antrag der Volkspartei auf geschlossene AEUS-Mitgliedschaft zu verstehen, quasi: Was können wir tun, um möglichst effektiv von diesem anstehenden Ereignis mit dem Ball abzulenken, bei dem Österreich nicht viel zu gewinnen hat? Das effizienteste Manöver:  Brutal-Wahlkampf, konzentriert auf ein paar Wochen; da bleibt nicht viel Platz für EURO-Pipapo.
Die AEUS sagen: bravo, vorbildlich den Statuten entsprochen, erwarten allerdings in dieser Angelegenheit eher noch einen ÖVP-Rückzieher. Denn die ÖVP hat  ja ähnliche Sorgen hat wie das Nationalteam: Schwächen im Sturm. Die Sturmspitze der ÖVP: mehr eine Verteidigung. Der derzeitige Stürmer hat durchaus ein Leiberl im erfolgreichen Abprallenlassen von gegnerischen Angriffen, aber vorschicken will man den in so einem Entscheidungsmatch  nicht unbedingt. Da will man einen mit Feuer im Hintern, einen Schnellen, Wendigen, mit ein bissl Charisma, sonst wird das nix mit der Welle. Und da drängt sich gerade keiner aus der Mannschaft auf, beziehungsweise höchstens noch der eine aus dem U-40-Team, der mit dem starken Landesligisten in der Verwandtschaft, aber jung ist er halt und im Sturm hat er bislang  kaum Erfahrung. Ob der in so wenigen  Trainingswochen über sich hinauswächst und die Tribüne auf seine Seite kriegt: das ist die Frage.
Die AEUS prophezeien also:  Keine große ÖVP-SPÖ-Begegnung vor der EURO, erst danach das politische Match. Ein EURO-Nachspiel, praktisch; euje.
16.03.08

WIr denken eh für dich

| Comments (1) | 03/08 | Kurier-Kolumne

In London hat man – ich habe zuerst geschaut, ob schon  1. April ist, aber: nein – in einer Straße die Laternenpfähle gepolstert: Daran bumsen sich nämlich so viele Leute den Schädel an, während sie gleichzeitig gehen und smsen. Das Phänomen wurde  bereits benamst: Es nennt sich walk‘n‘text-Verletzung und tritt offenbar derar häufig auf, dass die Londoner Stadtverwaltung Handlungsbedarf sah. Die Lösung fand man aber nicht im schau-wosd-hirennst!-Appell-Repertoire, sondern im Schaumgummi-Laden.
Die Laternen-Polster haben etwas mit dem  diskutierten Rauchverbot gemein: in beiden Fällen geht es darum, den Menschen von der unerträglichen Last der Selbstverantwortung zu befreien. Wie ein Kleinkind, das durch die Wohnung stolpert, schützt man jetzt auch Erwachsene, indem man ihre Umgebung polstert und ihnen gefährliche Sachen verbietet. Im Unterschied zum Kleinkind hat der Mensch zwar schon ein fertiges Hirn und eine Lebenserfahrung, die er benutzen könnte, aber der Staat sagt: Spar dir das für ein andermal auf, wir denken eh für dich. 
Beim Rauchverbot hat das   Sinn, weil der Raucher ja nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährdet. Wenn aber der SMSer sich die Rübe am Laternenpfahl beschädigt, ist die Verletzungsgefahr für den Laternenpfahl relativ minimal. Man schützt durch Pfahl-Wattierung also nur die Fußgänger, denen nicht mehr zuzumuten ist, ein Hindernis auf dem Bürgersteig zu erkennen und ihm rechtzeitig ausweichen.
Das Prinzip lässt sich ausweiten: Gegen Ertrinkungsgefahr sichern wir die Seen mit Netzen, gegen Fenstersturzgefahr vergittern wir alle Fenster und gegen Erfrierungsgefahr heizen wir die Straßen und Gehsteige. Ja, so wird die Welt sicher sicherer.

14.03.08

Kunden verscheuchen

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Zur ÖBB-Kolumne vom Montag (nachzulesen bei den „Blogs“ auf kurier.at) kamen  Reaktionen, eine davon vom ÖBB-Pressesprecher für Wien und Burgenland. Der präzisierte die Feststellung, dass man in einigen Bundesländern eine Fahrt-Verlängerung unkompliziert aufzahlen kann: Nur noch in zweien, die sieben anderen seien jetzt sog. „Selbstbedienungsstrecken: Wenn ein Fahrgast auf einer dieser Strecken fährt, ist der Zugbegleiter verpflichtet, eine Kontrollgebühr von 60 Euro einzuheben.“ Danke.
 Und, ja: Es ist sicher alles rechtens. Aber, liebe Bahn: eine „Kontrollgebühr“ in dieser Höhe (wie errechnet sich das, nebenbei?) sieht  einer saftigen Strafe zum Verwechseln ähnlich. Und dass die ÖBB Besitzer einer Monatskarte – also Stammkunden –  die ihre Fahrt spontan um eine Station verlängern und dafür ja eh zahlen würden, derart kriminalisiert, ist ein bisschen wie wie wie.... Wie wenn du monatelang jeden Tag im selben Wirtshaus zu Mittag isst und einmal dein Geldbörsel vergisst, worauf dich der Wirt  von der Polizei abführen lässt.
Leser P., Pendler zwischen Eisenstadt und Wien, war ebenfalls Monatskarten-Besitzer, und ihm passierte genau das: Er vergaß eines Tages seine Geldtasche. Wurde kontrolliert. Hatte, nona,  kein Bargeld auf sich und fasste folglich  den 76-Euro-Zahlschein aus. Er erklärte danach diversen Stellen die Lage, legte sogar den Konto-Abbuchungsbeleg der Monatskarte vor: keine Chance. Schließlich drohte Herr P., dass er, wenn er diese Strafe zahlen müssen, wieder mit dem Auto fahren werde, worauf ihm, so P., folgendes beschieden wurde: „Dann fahren Sie wieder mit dem Auto, aber die Strafe zahlen Sie.“ Das geschah. Herr P. pendelt jetzt mit dem Auto.
 
12.03.08

Wo ist meine Brille?

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Leserin F. findet das Postamt am Westbahnhof nicht mehr. Also, sie fand es schließlich, aber es war schwierig und mit pedalem Aufwand verbunden, weil jener Aufgang, der früher von der U3 zum Postamt führte, das  nicht mehr tut: man muss jetzt andernorts hinauf. Klar, der Westbahnhof wird umgebaut, da ändern sich Gegebenheiten und Wege, das weiß Frau F. schon, darum geht es ihr auch nicht.
Ihr geht es darum, dass nirgends ein Wegweiser auf diese Änderungen hinweist und  man ältere Damen wie sie hilflos durch das Gängegewirr unter dem Westbahnhof schickt: auf Versuch-und-Irrtum-Abenteuer, an deren Ende dann irgendwann das Erfolgserlebnis steht, das Postamt ohne fremde Hilfe gefunden zu haben. Überhaupt findet Frau F., es werde einem zu wenig geholfen, es gebe insgesamt  nicht genug Schilder und auf den Schildern einen bedauerlichen Hang zu unangebrachter Eleganz: Viele Schilderschriften seien zu fein, zu klein und kaum lesbar, beklagt Frau  F., doch natürlich: schön schaue es aus. Aber ist das der Sinn eines Schilds?
Apropos schön: meine Freundin M. hat auch ein Problem mit kleiner Schrift. Die M. ist ein bissl über 40 und greift nun zu höherpreisigen Hightech-Super-Cremen, die dafür sorgen sollen, dass zart angealterte Frauen mit altmachenden Gewohnheiten  nicht alt werden. Und sie findet es, sagt die M., eine  Zumutung, dass ausgerechnet  die Beipackzettel solcher Cremen in einer Mini-Schriftgröße gedruckt sind, die sie zum Tragen einer Lesebrille zwingt. Und nichts auf der Welt, sagt die M.,NICHTS macht dich älter als eine Lesebrille, da kannst du dir die ganzen sündteuren Bleib-Jung-Sälbchen  gleich sparen. Und wo die M.  Recht hat, hat sie Recht.
12.03.08

And the rest will eventuell follow

| Comments (2) | 03/08 | Falter-Kolumne

Weil gerade Frauentag war, und weil ich gerade im „Zeit Magazin“ eine Geschichte über moderne Familien gelesen habe, und weil auf fm4.at gerade eine Feminismusdebatte läuft: Also, da werden junge Frauen zitiert, die sagen, dass es diesen Feminismus nicht mehr braucht, weil die jungen Männer eh super sind und man alles kriegt, wenn man es nur will. So ähnlich habe ich, als ich etwa in dem Alter und unbekindert war, auch geredet, mit Inbrunst, weshalb mich die Hofinger bis heute Postfeministin schimpft: Aber, Hofingerin, du verwechselst mich mit jemandem aus den Neunzigern. Außerdem war ich keine Postfeministin. Ich war Neofeministin: Ich hielt den Feminismus nicht für überwunden, er war mir nur zu aus der Mode, den wollte ich genauso wenig anziehen wie Omas Kittelschürzen, nützlich hin oder hier. Ich wollte einen anderen Feminismus: nicht weniger kämpferisch, aber lässiger, mit mehr Rock`n`Roll.
  Doch nach wie vor respektiere ich das vorsätzliche Ignorieren von Emanzipationspipapo als bewussten feministischen Akt, in dem Sinn: die Beschäftigung ... weiter lesen ...
11.03.08

Bundesbahn-Blues

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Frau R. wohnt in Wien Margarethen und arbeitet in Baden. Jeden Tag pendelt sie mit dem Zug zwischen Baden und Wien Meidling, löst dafür allmonatlich eine Monatskarte und ist somit eine klassische ÖBB-Stammkundin. Kürzlich entschloss sich Frau R. aufgrund eines Anrufs während der Heimfahrt, nicht wie sonst in Meidling auszusteigen, sondern  bis Landstraße weiter zu fahren.
Als kurz vor der Station Landstraße ein ÖBB-Schaffner das Abteil betrat, wurde Frau R. in der Sekunde bewusst, dass ihre Karte ja nur bis Meidling Gültigkeit hat. Sie erklärte dem Schaffner die Situation und wollte sofort den Fehlbetrag aufzahlen.
Womit Frau R. bei dem ÖBB-Mitarbeiter, wie man so sagt, auf Granit biss. Er verurteilte sie wegen Schwarzfahrens zu einer Buße von 61 Euro, zahlbar sofort und  in bar.
Frau R. hielt dagegen, dass sie im Besitz einer gültigen Monatskarte sei. Dass sie sich spontan zur Weiterfahrt entschlossen hatte. Dass sie den Zusatzbetrag selbstverständlich sofort freiwillig nachzuzahlen bereit sei. Dass es in anderen Bundesländern üblich sei,  bei einer spontanen Fahrtverlängerung unkompliziert aufzuzahlen,  ohne sich des Schwarzfahrens verdächtig zu machen. Frau R.s Plädoyer war, wie man so sagt, für die Fische.
Der Schaffner zeigte kein Verständnis:  Frau R. hätte in Meidling aussteigen, eine Karte nach Landstraße lösen und auf den nächsten Zug warten müssen.  Hatte sie nicht: Also wurde Frau R., die nicht genug Bargeld bei sich hatte, ein Erlagschein über 76 Euro überreicht: 61 Euro Strafe plus 15 (!) Euro Erlagschein-Gebühr.  So revanchiert sich die ÖBB bei ihren Stammkunden. Im Namen aller Pendler sagt Frau R.: Danke, liebe Bundesbahn.
09.03.08

Die Rückkehr der Perücke

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Lustige Perücken in der Humor-Produktion: Eine Zeit lang gab es für  Humoristen mit Anspruch und ihr Publikum  kaum etwas verpönteres. Pfui, pfui, pfui. Das war damals, als Josef Hader in Österreich das Kabarett neu erfand und Harald Schmidt im deutschen Fernsehen die Hallervordens und Krügers in Pension schickte und zu Recht am Höhepunkt seiner Karriere war.
Doofe-Hüte-bizarre-Brillen-Sketch-Komik galt mit einem Mal als unsportlich: Weil es ist leicht und billig ist, ein für Aufheiterung dankbares Publikum mit einer entwürdigenden Verkleidung zum Lachen zu bringen. Die Herausforderung hieß: Trag einen grauen Anzug und pack sie mit dem, was du erzählst. Pack sie am Hirn. Humor war endlich keine Frage  der schrägsten Verkleidung mehr, sondern eine  der wachen Intelligenz: so ungefähr die Differenz zwischen Villacher Fasching und Wiener Schmäh.  (Der einzige, dem man das Verkleiden immer gern erlaubte, war der irre Hape Kerkeling, der nervenzerfetzenden Klamauk durch Brutal-Maskerade noch potenzierte: Aber der hat das in den Genen.)
Jetzt, wo  Hader fast nur noch schauspielert und Harald Schmidt  mit Oliver Pocher praktisch nur  immer noch ein Flucht-Achterl kippt und noch eins, ist es mit diesem Purismus vorbei. Es gibt im Humor-Fernsehen, „Little Brittain“ sei Dank, eine neue Lust an Maskerade und Travestie, und es ist trotzdem lustig.
Wie die jungen ORF-Komiker, allen voran „Die 4 da“ (wahrscheinlich der beste ORF-Humor seit „Kottan“) allwöchentlich den  Küniglberger Perückenfundus plündern, hat etwas brachial anarchisches und beweist: Humor ist,  wenn der doofe Hut den wachen Witz nicht ersetzt, sondern überhöht. So hat man gut lachen.
07.03.08

Unter Entkräfteten

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Man müsste öfter zum Arzt. Länger in Wartezimmern sitzen. Sich  in Zeitschriften mit Prominenten darin vertiefen, die man sonst leider nicht im Abo hat. Wie ich jetzt wieder einmal beim Arzt war, blätterte ich mich dort durch ein nicht vollkommen druckfrisches LiFE und fand darin ein großes Foto von Ex-Minister Ernst Strasser und seinen zart grauen Schläfen. Darüber in fetten Blockbuchstaben  den Rubrik-Hinweis „MESCHEN: Politik der Woche“. Diese Unterstellung erschien mir unfair; der Mann hat momentan genug Sorgen mit vertraulichen Mails, die in schändlicher Absicht an die Öffentlichkeit gebracht wurden und sollte sich nicht auch noch mit Strähnchenvorwürfen herumplagen müssen. Gleich sah ich nach, ob die Zeitschrift auch Meschen aus Kultur und Gesellschaft outete: aber in diesen Rubriken wurden nur Menschen vorgeführt.
Nicht beim Arzt, sondern auf orf.on fand ich gestern die Meldung, der Gitarrist Keith Richard modele (oder  wie sagt man richtig denglisch? Modle?) für Louis Vuitton und sei von der Starfotografin Annie Leibovitz „als dunkler Rocker ins Szene gesetzt“ worden. Da sag ich: pfau. Keith Richards! Als dunkler Rocker! Das wird uns einmal eine ganz neue Sicht auf den Rolling Stone vermitteln: Wo wir ihn doch sonst nur als zärtliche Friseurin im  blassrosa Kittel kennen.
Dann gabs noch, ich hörte es von Ferne aus dem Radio, einen Parlamentarier, der sich – es muss in der  Debatte zum Untersuchungsausschuss  gewesen sein – als „Sprachrohr der Entkräfteten“  bezeichnete. Wer immer es war, ich  hoffe er setzt sein Rohr auch zur Verteidigung des entkräfteten Strasser ein. Ich bin nämlich sicher, das Schläfengrau ist echt.
06.03.08

Glauben lernen

| Comments (0) | 03/08 | Kurier-Kolumne

Man muss“, sagte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl, „einfach wieder bewusst machen, dass der ORF Österreich ist, dass es der ORF ist, der Österreich bebildert, österreichische Inhalte vermittelt und zusätzlich für die Österreicherinnen und Österreicher aus der Weltberichtet.“ Hurra!  Yes, we can!
Leider ist es keine Programmkorrektur, für die uns Strobl da begeistern will,  er stellt uns kein   besseres, originäreres, originelleres ORF-Fernsehen in Aussicht. Er kündigt eine sog.  Imagekampagne  an: die uns unsere Zweifel am ORF-Programm nehmen und uns glauben machen soll, dass der ORF mit abgeschauten Ideen wie „Dancing Stars“ , mit  „Sabrina - total verhext“, „Malcolm mittendrin“,  der „schrecklich netten Familie“ und 100 weiteren zum Teil uralten US-Serien Österreich bebildere. Ah ja!  Wir haben’s bislang nur nicht kapiert! Entschuldigung! Super, dass uns jetzt  Image-Strategen beim  Verstehen  des ORF helfen  und unsere emotionale Bindung  stärken!
Bevor das hier vollends in Zynismus abgleitet, lassest uns – ernsthaft – loben: Die wieder besseren ZiBs (die ZiB2, vor allem), Sendungen wie „Aufgegabelt in Österreich“, den neuen Club 2, die kolossalen, saulustigen 4 da, Willkommen Österreich, den Kaiser, die Mascheks und den Dorfer: das sind originäre, eigenständige ORF-Produkte, österreichisches Vorzeigeprogramm.
  Um dem Publikum klarzumachen, dass der ORF  gute, österreichische Inhalte hat und die auch vermitteln kann und will, braucht man keine Imagekampagne: Man muss sie nur in den Hauptabend und/oder mehr davon produzieren. Aber offenbar will man im ORF ORF offenbar selbst nicht an einen starken, österreichischen ORF  glaubt. Es reicht, wenn, wir es glauben lernen.
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