Doris Knecht
| 03/08
| Kurier-Kolumne
Die Anonymen EURO-Skeptiker (AEUS) fragen sich, wie sie das Gerücht, die ÖVP rüste für eine Nationalratswahl am 1. Juni, für ihre Zwecke nützen können. Bzw., was es bedeutet: Vielleicht ist der ÖVP-Neuwahl-Vorstoß ja als Antrag der Volkspartei auf geschlossene AEUS-Mitgliedschaft zu verstehen, quasi: Was können wir tun, um möglichst effektiv von diesem anstehenden Ereignis mit dem Ball abzulenken, bei dem Österreich nicht viel zu gewinnen hat? Das effizienteste Manöver: Brutal-Wahlkampf, konzentriert auf ein paar Wochen; da bleibt nicht viel Platz für EURO-Pipapo.
Die AEUS sagen: bravo, vorbildlich den Statuten entsprochen, erwarten allerdings in dieser Angelegenheit eher noch einen ÖVP-Rückzieher. Denn die ÖVP hat ja ähnliche Sorgen hat wie das Nationalteam: Schwächen im Sturm. Die Sturmspitze der ÖVP: mehr eine Verteidigung. Der derzeitige Stürmer hat durchaus ein Leiberl im erfolgreichen Abprallenlassen von gegnerischen Angriffen, aber vorschicken will man den in so einem Entscheidungsmatch nicht unbedingt. Da will man einen mit Feuer im Hintern, einen Schnellen, Wendigen, mit ein bissl Charisma, sonst wird das nix mit der Welle. Und da drängt sich gerade keiner aus der Mannschaft auf, beziehungsweise höchstens noch der eine aus dem U-40-Team, der mit dem starken Landesligisten in der Verwandtschaft, aber jung ist er halt und im Sturm hat er bislang kaum Erfahrung. Ob der in so wenigen Trainingswochen über sich hinauswächst und die Tribüne auf seine Seite kriegt: das ist die Frage.
Die AEUS prophezeien also: Keine große ÖVP-SPÖ-Begegnung vor der EURO, erst danach das politische Match. Ein EURO-Nachspiel, praktisch; euje.