Doris Knecht
| 03/08
| Kurier-Kolumne
Jetzt mal aus der Position der genervten Wählerin. Weil, diese Regierung. Was wird von dieser Regierung in Erinnerung bleiben? Dass sie mit Serien-Umfallern begann, dass gestritten wurde, dass zwischendurch im Ruckizuckiverfahren teilweise halbgare Gesetze im Dutzend beschlossen wurden, von deren Inhalt manche Regierungsmitglieder erst nach ihrem Beschluss Kenntnis erlangten, dass gestritten wurde, dass andere, überfällige Gesetze verschleppt werden, dass gestritten wurde. Und an eine wochen-, ja monatelange Paralyse, in der sich die Koalition offenbar nur mit einem einzigen Thema beschäftigte: der Koalition, ihrer Krise und wer auf wen warum schmollt.
Es ist so eine Wenn-du-nicht-tust-was-ich-will-lad-ich-dich-nicht-auf-meine-Party-ein-Kindergärtler-Beleidigtheit. Aber im Unterschied zu den Kindern kann man die SPÖ-ÖVP-Schmollition leider nicht genervt ins Zimmer schicken: Und ihr kommt erst wieder raus, wenn ihr euch beruhigt habt und wieder lieb zueinander seid! (Andererseits kann man die Kinder nicht abwählen, falls alles Zureden nix nicht nützt. Aber im Unterschied zu Regierungen will man das auch nicht.)
Das Problem bei abgewählten Regierungen: Es kommt oft nichts besseres nach. Deshalb hier der Appell der genervten Wählerin: Biiiiitte! Schluss jetzt! Hörts auf zu streiten und spielts, äh, regierts endlich miteinander! Macht uns nicht noch politikverdrossener als wir eh schon sind. Weil, Neuwahlen... Wozu den nächsten Stillstand wählen? Kostet nur sinnlos Geld: Lieber diesen hier zu Ostern endlich beenden. Damit wir uns vielleicht doch noch an etwas anderes erinnern können als an eine große Schmollition.