Doris Knecht
| 03/08
| Kurier-Kolumne
Man muss“, sagte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl, „einfach wieder bewusst machen, dass der ORF Österreich ist, dass es der ORF ist, der Österreich bebildert, österreichische Inhalte vermittelt und zusätzlich für die Österreicherinnen und Österreicher aus der Weltberichtet.“ Hurra! Yes, we can!
Leider ist es keine Programmkorrektur, für die uns Strobl da begeistern will, er stellt uns kein besseres, originäreres, originelleres ORF-Fernsehen in Aussicht. Er kündigt eine sog. Imagekampagne an: die uns unsere Zweifel am ORF-Programm nehmen und uns glauben machen soll, dass der ORF mit abgeschauten Ideen wie „Dancing Stars“ , mit „Sabrina - total verhext“, „Malcolm mittendrin“, der „schrecklich netten Familie“ und 100 weiteren zum Teil uralten US-Serien Österreich bebildere. Ah ja! Wir haben’s bislang nur nicht kapiert! Entschuldigung! Super, dass uns jetzt Image-Strategen beim Verstehen des ORF helfen und unsere emotionale Bindung stärken!
Bevor das hier vollends in Zynismus abgleitet, lassest uns – ernsthaft – loben: Die wieder besseren ZiBs (die
ZiB2, vor allem), Sendungen wie „Aufgegabelt in Österreich“, den neuen Club 2,
die kolossalen, saulustigen 4 da,
Willkommen Österreich, den
Kaiser, die
Mascheks und den
Dorfer: das sind originäre, eigenständige ORF-Produkte, österreichisches Vorzeigeprogramm.
Um dem Publikum klarzumachen, dass der ORF gute, österreichische Inhalte hat und die auch vermitteln kann und will, braucht man keine Imagekampagne: Man muss sie nur in den Hauptabend und/oder mehr davon produzieren. Aber offenbar will man im ORF ORF offenbar selbst nicht an einen starken, österreichischen ORF glaubt. Es reicht, wenn, wir es glauben lernen.