2.03.08

Halligalli im Männerinternat

Doris Knecht | 03/08 | Kurier-Kolumne

Es war einmal ein Mann, der hatte schreckliche Probleme: Seine alten Tanten stürmten sein Haus, machten Halligalli, schlugen mit  ihren Stöcken alles kurz und klein, und seine Fenster waren auch auch nicht dicht. Also ließ der Mann  neue Fenster in sein Haus einbauen, und statt der wilden Tanten schwebten drei  ausgezehrte junge Feen in winzigen Triangel-Bikinis daher, schmiegten sich an den glücklichen Haus- und Fenster-Besitzer, und wenn sie nicht gestorben sind, dann picken sie noch heute an ihm: So, liebe Töchter, jetzt schlaft schön, und solltet ihr dereinst neue Fenster für eure Häuser brauchen, dann passt auf, wo ihr sie kauft. Sonst habt ihr flugs drei minderbekleidete Mager-Models am Hals und müsst sie für den Rest eures Lebens mit Salatblättern füttern.
(Frage: Wer denkt sich im Jahr 2008 solche TV-Werbungen aus?  Wer konzipiert, genehmigt, finanziert, schreibt, dreht, schneidet und sendet so etwas? Nur mal frisch geraten: Die Insassen eines Männerinternats, wuschi  vor Testosteronüberschuss und ledig der freiwilligen Gesellschaft von Frauen, die einem für derlei Faxen rechtzeitig das Plemplem-Zeichen machen.)
 Es gab einmal eine Zeit, da gingen Leute aus dem Volk ins Fernsehen, setzten sich auf einen hohen Stuhl und mussten dann, während sie von einem lustigen Mann getriezt wurden, Fragen richtig beantworten oder Antworten erfolgreich erraten. Wenn ihnen das ein paar Mal hintereinander gelang, gewannen sie gaaanz  viel Geld. Nur nicht die Kanadier, die bekamen, so schrieb jedenfalls die KronenZeitung, statt Geld etwas anderes: „Kanada rätselt um abgetrennte Füße“. Und deshalb, liebe Kinder, träumt lieber nicht von Kanada.
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