Doris Knecht
| 03/08
| Kurier-Kolumne
Es ist überaus befriedigend, wenn die Vorschläge dieser Kolumne berücksichtigt werden (auch wenn das für die Zukunft heißt: aufpassen, was man vorschlägt, es könnte befolgt werden). So wurde die große Schmollition hier vor Ostern angefleht: Bitte Schluss mit dem Gezanke, und, tada!, nach Ostern war Schluss mit dem Gezanke. Was mit einem vielbeblitzten Händedruck von Kanzler und Vizekanzler besiegelt und obendrüber von beiderseitigem Gelächle hübsch beschlag-obershäubelt wurde.
Der Händedruck als solcher wird für gewöhnlichals Respektgeste eingesetzt und gilt – oder galt in pränotarieller Zeit – als vertragsadäquat. Aber dieser hier...
Es sind Vizekanzlers Finger, die man des Kanzlers Hand umgreifen sieht, und sie tun es in derart knochenbrecherischer Weise, dass man die Kanzler-Mittelhandknochen knirschen zu hören vermeint. Was wiederum die Mutmaßung aufdrängt, ob Gusenbauers geöffneter Mund als Lächeln nur missdeutet wurde und er in Wirklichkeit vor Schmerzen brüllt. So kraftvoll drückt Molterer zu, dass seine Knöchel hervortreten und das Blut in den Fingergliedern und unter den Nägeln schwillt, die vor lauter Druck an den Rändern weiß leuchten. Krk. Krrrrrkk.
Dieser Händedruck macht mir koaltionsbezüglich ein wenig Angst, weil unklar ist, was er signalisiert: „Du, Fredi, ich bin ureuphorsiert über unseren dritten Neustart, juhu!“ Oder: „Gusenbauer, früher oder später treffen wir uns auf der Blutwiese.“ Mein hoffnungsschwangerer Vorschlag: juhu.