Die GIS schickt eine Information über die Anpassung der Rundfunkgebühren, adressiert an Ilse Schneyder: Das tut Werner Schneyder, der das aus dem Postfach nimmt, weh, denn seine Frau Ilse ist vor dreieinhalb Jahren verstorben. Also ruft der Kabarettist und Club-2-Moderator bei der GIS an und sagt: „Machen‘s mir eine Freude, für mich ist das jedes Mal so schmerzlich, wenn ein Brief an meine Frau kommt, denn meine Frau ist vor bald vier Jahren verstorben: Schreibens Sie das doch bitte einfach auf meinen Namen um.“
Worauf der Herr von der GIS sagt, na, na, so leicht geht das aber nicht. Da müsse Schneyder schon einen Brief schreiben, in dem er das Ableben von Frau Schneyder beweist.
So in der Art: Da könnte ja jeder anrufen und sagen, er ist tot, und sich so um die Rundfunkgebühren drücken. Werner Schneyder versucht es mit dem durchaus betörenden Argument, dass er die Gebühren ja aber auch nach dem Tod seiner Frau immer ordentlich bezahlt, und dass er nur will, dass das auf ihn umgeschrieben wird. Aber nix. Der GIS-Mann sagt, ein Beweis muss her, und das – dass sein Schmerz über den Verlust seiner Frau von diesem Mann mit derart bürokratischer Kälte abgefertigt wird – verletzt Schneyder so, dass er dann einfach auflegt.
Er hat nach dem Tod seiner Frau alles mögliche ändern müssen, und überall, wo er anrief, um die traurige Nachricht bekannt zu geben, wurde ihm kondoliert und gemeinsame Agenden unkompliziert geändert. Bei der GIS nicht.
Werner Schneyder hätte eins tun können: Den Brief der GIS an seine Frau aus dem Postfach nehmen, den Schmerz verbeißen und ihn ungeöffnet zurückschicken, mit dem Vermerk Adressatin verstorben. Nächstes Mal macht er das.