Doris Knecht
| 04/08
| Kurier-Kolumne
Die Erwachsenen hätten sich ja am Rathausplatz ja lieber länger die Fahrräder angesehen, die günstigen gebrauchten am Flohmarkt, die fantastischen Unleistbaren der Sammlung Embacher, und was da sonst noch interessantes Zweirädriges herumstand.
Aber das Kindsvolk drängte zu den riesigen Sandhaufen und den offenbar ohne Eier geborenen jungen Männern, die daran abenteuerlichste Sprünge vorzeigten. („Das war gerade ein Backflip“, informieren die Kinder.) Oder sie wollten auf dieser buckeligen Sandbahn im Kreis fahren. Oder sie wollen Würstel. Oder sie wollen dem lustigen Mann mit dem Einrad zusehen. Die Kinder lieben das Bike Festival am Rathausplatz, und es drängten sich heuer derartigen Massen, dass man sie keinen Moment aus den Augen lassen konnte.
Gut, man hat eh schon drei Räder. Das alte Mountainbike, mit dem man fast 15 Jahre lang durch die Stadt geritten ist, steht im Keller. Das neue, teure, City-Rad glänzt im Schlafzimmer, seit es Diebe einmal komplett von seinen edlen Komponenten befreit haben: Was man nicht erneut riskieren will, aber täglich treppauf und -ab tragen will man es auch nicht.
Stattdessen beradelt man die paar Kilometer zwischen Arbeit und Zuhause jetzt mit dem alten Rad der Mutter (dank Vater noch prima in Schuss) und stellt fest, dass es gegenüber dem schicken neuen enorme Vorteile hat: Man steigt ohne Stange leicht auf, ein Korb sieht darauf nicht blöd aus, erleichtert das Einkaufen aber ebenso wie der Ständer und das simple Schloss, das für die paar Minuten völlig reicht: Den schiarchen Göppel klaut eh keiner. Kann man empfehlen, wie das Radfahren überhaupt; aber das wird jetzt eh der große Trend.