Doris Knecht
| 04/08
| Kurier-Kolumne
Ein letzter Platz kann bitte auch etwas Positives sein. Es kommt ganz auf die Rangliste an: Im Vergleich der (jetzt nur z.B.) effizientesten Autounfallversacher belegt man mit Handkuss den letzten Platz, gleichfalls in der Liste der Länder mit dem höchsten Psychopharmaka-Pro-Kopf-Verbrauch.
Anders verhält es sich mit dem Ergebnis einer IHS-Analylse, die zeigt, dass in Österreich die Kosten des Rauchens den Nutzen um jährlich 430 Millionen Euro übersteigen. Das heißt: EU-weit letzter Platz beim Nichtraucherschutz. Die Österreicher haben nämlich nach wie vor so überhaupt keine Lust, von sich aus etwas gegen das Rauchen zu unternehmen. Sondern setzen immer erst auf Druck der EU sehr widerwillig Maßnahmen, die man, jetzt rein aus der Schutz-Perspektive, nur mit doppeltem Fingerverkreuzen vorbildlich nennen kann.
Wie sagte „Miss Neustart“ (© Österreich) Andrea Kdolsky erst kürzlich in Österreich: „Prinzipiell ist in jedem Lokal in Raucher- und Nichtraucherbereich zu trennen, außer dort, wo man aus baupolizeilichen Gründen nicht trennen kann – und dort soll dann die Wahlfreiheit herrschen.“ Ein klareres Bekenntnis zum Nichtraucherschutz kann man sich von einer Gesundheitsministerin nicht wünschen.
In diesen Kontext bettet sich schön und weich das erwähnte Studien-Ergebnis. Denn unabhängig von dem Gefeilsche um einzelne rauchfreie Quadratmeter ist die hartnäckige Wurschtigkeit, mit der das Thema hierzulande kleingestreichelt wird, international relativ einzigartig. Aber bitte: Dafür machen wir jetzt einen EUnzigartigen Vorstoß bei handyfreien Öffis. Beim Nichttelefoniererschutz streben wir nämlich Platz eins an.