13.04.08

Kommt ganz darauf an

Doris Knecht | 04/08 | Kurier-Kolumne

Ein letzter Platz kann bitte auch etwas Positives sein. Es kommt ganz auf die  Rangliste an: Im Vergleich der (jetzt nur z.B.) effizientesten Autounfallversacher belegt man mit Handkuss den letzten Platz, gleichfalls  in der Liste der Länder mit dem höchsten Psychopharmaka-Pro-Kopf-Verbrauch.
Anders verhält es sich mit dem  Ergebnis einer  IHS-Analylse, die zeigt, dass in Österreich die  Kosten des Rauchens den Nutzen um jährlich 430 Millionen Euro übersteigen.  Das heißt: EU-weit letzter Platz  beim Nichtraucherschutz. Die Österreicher haben nämlich nach wie vor so überhaupt keine Lust, von sich aus etwas  gegen das Rauchen zu unternehmen. Sondern setzen immer erst auf Druck der EU sehr widerwillig Maßnahmen, die man, jetzt rein aus der Schutz-Perspektive, nur mit doppeltem Fingerverkreuzen vorbildlich nennen kann.
Wie sagte „Miss Neustart“ (© Österreich) Andrea Kdolsky erst kürzlich  in Österreich: „Prinzipiell ist in jedem Lokal in Raucher- und Nichtraucherbereich zu trennen, außer dort, wo man aus baupolizeilichen Gründen nicht trennen kann – und dort soll dann die Wahlfreiheit herrschen.“ Ein klareres Bekenntnis zum Nichtraucherschutz kann man sich von einer Gesundheitsministerin nicht wünschen.
In diesen Kontext bettet sich schön und weich das erwähnte Studien-Ergebnis. Denn unabhängig von dem Gefeilsche um einzelne rauchfreie Quadratmeter ist die hartnäckige Wurschtigkeit, mit der das Thema hierzulande kleingestreichelt wird, international relativ einzigartig. Aber bitte: Dafür machen wir jetzt einen EUnzigartigen Vorstoß bei handyfreien Öffis. Beim Nichttelefoniererschutz streben wir nämlich Platz eins an.
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