Doris Knecht
| 04/08
| Kurier-Kolumne
Die LiLäLa will in die Verlängerung. Überhaupt, es ist schon ziemlich lange her, seit wir den letzten Eintrag in die Liste Lässlicher Laster vorgenommen haben, das war, das war, was war das nochmal? Richtig, die herr-liche Angewohnheit, Bedürfnisanstalten noch mit der Hand am Hosentürl zu verlassen. (War aber ein Missverständnis.) Egal, wir fügen den bisherigen Lastern eine weiteres hinzu, diesmal: Hupen in der Stadt.
Was ja, wie hübsch mit roten Rändern verzierte Schilder an den Einzugsstraßen signalisieren, in ganz Wien verboten ist, was wiederum die Wiener überaus virtuos zu ignorieren wissen.
Mich stört das Gehupe ja nicht so, mein Stadtlärmzuträglichkeitsquotient ist relativ hoch. Jener der Kollegin B. weniger, was ursächlich damit zusammenhängt, dass sie kürzlich ein Kindelein geboren hat, welches auch während der Hauptverkehrszeiten das eine oder andere Stünderl schlafen sollte. Wer je einen greinenden Säugling stundenlang durch eine Wohnung getragen hat, weiß, wozu man fähig sein kann, wenn das endlich frisch entschlafene Putzi durch akustische Außeneinwirkung wieder erweckt wird. Im Zuge einer derartigen Wachmachung entsann sich Kollegin B. des innerstädtischen Hupverbots und muss nun auf diszipliniertester Einhaltung desselben beharren. Ruhe!
Aber auch ich wurde unlängst aus verdientem sonntagvormittäglichem Gedöse gerissen, und zwar von durchdringendem Polizei-Folgetonhorn. Gut, ein Einsatz. Der Lokalaugenschein allerdings ergab, dass auf der stillen Straße kein anderes Fahrzeug, ja weit und breit kein menschliches Wesen im Wege stand. Aber wenn die Polizei arbeiten muss, sollen das ruhig alle wissen.