Doris Knecht
| 04/08
| Kurier-Kolumne
Wieder eine aktuelle Studie über den gesundheitlichen Zustand österreichischer Kinder und Jugendlicher, mit weiterhin alarmierendem Ergebnis, die wieder nichts bewirken wird. Diesmal das internationale „Health Behaviour in School-aged Children“-Projekt und seine Ergebnisse für Österreich, die da wären: Weniger als 50 Prozent der österreichischen Schüler fühlt sich gesund. Die Elf- bis 15jährigen verbringen zu viel Zeit vor Fernseh- und Computerschirmen (nämlich bis zu 3,3 Stunden täglich) und machen zu wenig Bewegung, bla bla bla bla bla, nichts Neues. Die Gesundheitsministerin sagt dazu... nein, eigentlich egal, was sie dazu sagt, denn dass unsere Kinder fett und faul und ungesund sind, liegt absolut nicht in ihrer Schuld. Es ist auch nicht die Schuld der Lehrer. Es ist die Schuld der Eltern und die Schuld der Gesellschaft, die es nicht viel stärker ächtet, dass Kinder Tag für Tag stundenlang vor Bildschirmen parkiert werden, wo sie Programme sehen und Spiele spielen, die ihnen nichts bringen, außer galoppierende Verdummung und immer mehr Sitzfleisch.
Es wird, wenn uns unsere Heranwachsenden etwas bedeuten, wenn wir wollen, dass sie zu fitten Erwachsenen werden, kein Weg an der sozialen Ächtung des Fernsehens und Computerspielens von Kindern vorbeiführen. Ein befreundeter Vater, der demnächst sein zweites Kind erwartet, sagte kürzlich: „Ich habe meinen ersten Sohn aus Nachlässigkeit ans Fernsehen und an den Computer verloren; bei meinem zweiten werde ich das mit aller Kraft verhindern.“ Er sollte damit nicht allein bleiben. Wir müssen die Kinder von den Bildschirmen losketten: Sonst verlieren wir sie.