Die Einsprüche auf meine Bemerkuung, dass sich keine meiner Freundinnen nennenswert für Fußball interessiere, ja, ich kaum Frauen kenne, die das tun, waren zahllos. Zahl-los, im Sinne von: keiner Zahl. Außer Null.
Was, wenn ich das wieder einmal empirisch auf die Gesamtbevölkerung umlege, ein Grund dafür sein dürfte, warum sich augenblicklich zahlreiche Intitiativen bemühen, das Interesse der Frauen am Fußball zu wecken oder durch dass Schaffen von frauenfußballverknüpfenden Tatsachen herzustellen: Ein hartnäckiger und verständlicher Versuch, den Eindruck zu vermeiden, man veranstalte die EURO 08 samt ihren dem normalen Alltagsleben nicht ausschließlich zuträglichen Nebenwirkungen nur für einen männlichen Teil Bevölkerung. Und so blinkt meine Mailbox periodisch auf, weil wieder Elektropost einschlägigen Inhalts in meinem Postfach eingetroffen ist; zuletzt vom „Gender Research Office“ der Uni Wien, zu einer Veranstaltung über „Geschlechterkonstruktionen im Fußball“. Eh gut.
Und halt: eine Frau, die sich ernsthaft für Fußball interessiert, kenne ich: Uschi Korda, Chefredakteurin des Fußballmagazins Goal. In dieser Funktion hat sich Korda um eine der raren Akkreditierungen für die EM-Matches der UEFA beworben – so wie ihre drei männlichen Kollegen auch. Und, hallo, es kamen tatsächlich Zusagen, aber nicht für die Frau Chefredakteurin, sondern für ihren Co-Chefredakteur und den Auszubildenden; Einspruch ausgeschlossen.
Aber das liegt ganz gewiss nicht daran, dass die Frau eine Frau ist: Uschi kann doch bitte auch ein Mann sein, oder? Also ich habe männliche Freunde, die Uschi heißen: zahl-lose.
So, jetzt MUSS ich endlich reagieren! Täglich lese ich Ihre Kolumne im Kurier, nicke, lache, schüttle den Kopf - also jetzt aber! Es gibt fußballbegeisterte Frauen! Meine Mutter, mich, und meine Kolleginnen, (3), die sich in der Plattform football 4 all, www.football4all.eu , für eine barrierefreie EURO 2008 einsetzen.
Nähere Infos dazu gerne bei mir: Helga Bachleitner, bachleitner@hilfsgemeinschaft.at, 01/330 35 45 - 81