Die Anonymen EUROskeptiker (AEUS) sind ein wenig irritiert ob der Präzision, mit der ihre Bedenken sich zu Fakten materialisieren. Kein Wunder, dass die AEUS zwischenzeitlich relativ viel Bevölkerung repräsentieren, wo sie noch vor Wochen als muffelige Querulanten diffamiert wurden.
Zum Beispiel scheiterte nun der Plan, auch auf der Donauinsel, dem praktisch einzig dafür geeigneten Areal, eine Fan-Zone für täglich 50.000 oder mehr EURO-Fans einzurichten. Fix war das genau siebeneinhalb Wochen vor dem EURO-Start. Ich weiß von Kindergeburtstagen, die langfristiger und umsichtiger geplant wurden, erwarteter Besucheransturm: 20 oder 25 Siebenjährige.
Aber natürlich: Wie hätte man sich früher um Detailfragen wie Fan-Bereiche kümmern sollen, das internationale Großereignis EURO kam ja völlig überraschend über uns. Wir wissen ja gerade mal seit Dezember 2002 davon. Wie soll man sich in so kurzer Zeit um alles kümmern, da kann es schon passieren, dass man die diese oder jene Kleinigkeit übersieht. Etwa dass die einen oder anderen Hunderttausend die Spiele nicht im Stadion oder zuhause, sondern in Fan-Arealen sehen wollen. Und dass sich die Fan-Zone am Ring zwar für ein paar Tausend Opernfilm-Fans eignet, für X mal so viele bieraffine Fußball-Fans aber nur suboptimale Voraussetzungen mitbringt, den Verkehr behindert, Öffis lahmlegt, die Innenstadt abschneidet, usw.
Aber erstens: wir haben noch volle sieben Wochen. Zweitens: Es sind nicht einmal alle Hotels ausgebucht, vielleicht kommen gar nicht so viele. Drittens: das ist ja kein Kindergeburtstag, sondern nur eine EURO. Und viertens sind wir in Wien; des wird scho wern; irgendwie.