Doris Knecht
| 05/08
| Kurier-Kolumne
Bevor der Mai vollends enteilt, widmen wir uns schnell noch dem maiaffinen Thema Hochzeit, obwohl man natürlich auch im Juni oder Juli heiraten kann: eine Hochzeit macht im Juni oder Juli gleich viel Stress, außer man gewinnt heute den Lotto-Jackpot, der macht das Leben an sich, sowie allfällige Hochzeitsvorbereitungen leichter.
Mai, Juni oder Juli ist also einerlei, es wird nur immer schwieriger, der Sonne auszuweichen. Schneeweiße Alabasterhaut sei für Bräute aber Pflicht, so las ich unlängst: wer das nicht hat, (z.B. herkunftsbedingt), sollte eine Hochzeit also erst gar nicht ins Auge fassen.
Auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung befasste sich kürzlich mit dem Vermählen. So beginne ein Brautpaar, das seine Sache ernst nimmt etwa ein Jahr zuvor mit den Vorbereitungen; unter drei Monaten könne man, so Experten, unmöglich eine vernünftige Hochzeit planen. Auch weil, wie ein britisches Hochzeitsfachblatt untersuchte, nicht nur 91 Prozent der werdenden Bräute noch tüchtig abnehmen wollen, es wünschen auch sieben Prozent mit neuer Nase zum Altar zu schreiten, acht Prozent mit größeren und fünf Prozent mit kleineren Brüsten.
Denn natürlich wollen 100 Prozent, dass der Hochzeitstag 100prozentig perfekt wird: Und das bedeutet für Menschen wie Sie und mich, die wir nie im Lotto gewinnen und nicht einmal unser Frühstück schaffen, ohne uns zu anzukleckern, natürlich Stress.
Anderseits sind Ehen, die damit dem beginnen, dass ein massiver Stress-Felsen von den Vermählten abfällt, vielleicht besonders glücklich, zumindest anfangs. Oder bis sich herausstellt, dass die Hochzeit das einzige gemeinsame Thema war. Aber oft weiß man das vorher nicht: wie beim Lotto.