Doris Knecht
| 06/08
| Kurier-Kolumne
| LiLäLa (Liste lässlicher Laster)
Es gab an dieser Stelle bemerkenswert lange keine Beschwerden über die Post mehr; aber jetzt. Familie H. schreibt: Der erwachsene Sohn wollte den Eltern eine Freude machen, steckte einen USB-Stick mit neuen Fotos der Enkel in ein gepolstertes Kuvert, klebte es zu und verschickte es mit der Post. Das Kuvert kam an; geöffnet, leer und mit Tixo wieder zugepickt. Das ist einmal etwas anderes als das, was ein Freund immer wieder mit CDs erlebt, die er dienstlich von Plattenfirmen zuschickt bekommt: Die müssen nicht selten öfter als zweimal versandt werden, weil sie am Postweg einfach spurlos verschwinden. Ein Kuvert leerzufladern und es dann den Postweg beenden zu lassen, ist allerdings Extra-Chuzpe.
Ein paar Nachträge zu Kolumnen der vergangenen Tage: Der Swiss Beach ist nun für alle, nicht mehr nur für VIPs, über den Urania-Abgang bei der Herrmannbar zu betreten: hurra.
Sofie A., die mit ihrem Enkel Ärger in der Oper hatte, bedankt sich herzlich für eine Entschuldigung und zwei Karten für eine Kindervorführung. Das ist nett. (Eine Kollegin der Billeteurin hat diese in einem Mail an mich sehr verteidigt, was auch nett ist: Ich möchte dazu klarstellen, dass es nicht darum ging, eine Mitarbeiterin, die sich an die Vorschriften hielt, zu kritisieren, sondern die Vorschriften.)
Und der LiLäLa-Eintrag zu den offenbar geistesgestörten Männern, die wahl- und grundlos Menschen stoßen oder schlagen, wird nach Leser-Einsprüchen wieder gelöscht: Das habe auf einer Liste Lässliche Laster nix verloren, denn Körperverletzung sei eben kein lässliches Laster wie auf den Boden spucken oder in der U-Bahn Pizza essen, sondern eine Straftat. Und wo meine Leser Recht haben, bekommen sie Recht.