Doris Knecht
| 07/08
| Kurier-Kolumne
Wieder einmal: Rätsel des Alltags. Anlass: Begriffstutzigkeit bei Post und Bahn. Zuerst zur Post. Verwandtschaft in Vorarlberg hatte Geburtstag, und für einmal sollte das Geschenk rechtzeitig ankommen. Also schickte ich ein kleines Paket per EMS. Am 3. Juli um 12.53, wie meine Rechnung ausweist: „1 EMS Inland, Österreich, bis 4 kg: 8,18 Euro LKW-Maut: 0,13 Euro“. Für nur einen Euro irgendwas, sagte mir der freundliche Beamte am Schalter, würde mir die Ankunft des Pakets per SMS bestätigt werden, aber ich verzichtete darauf: Die Verwandtschaft würde mich schon informieren. Und das tat sie auch: am 5. Juli, zu Mittag, da war das Paket eben geliefert worden. EMS ist übrigens die Abkuürzung von: Express Mail Service.
Jetzt zur Bahn. Denn auch das Wort „Vorteilscard“ hält nicht immer, was es verspricht. Der Schüler Sebastian F. fuhr mit dem Zug von Felixdorf nach Baden, kaufte am Automaten einen Fahrschein, gestand die Inhaberschaft einer Vorteilscard (die ihn jährlich Euro 19,- kostet) und bezahlte 1,80 Euro.
Vor der Rückfahrt vergaß Sebastian F. dem Automaten den Besitz der Vorteilscard zu melden, worauf da Ticket 1,70 Euro kostete.
Der verblüffte Schüler wiederholte seine Eingabe mehrmals – mit und ohne Vorteilscard – und alle Versuche ergaben das Gleiche: Mit Vorteilscard war das Ticket am Automaten teurer als ohne. Ein diesbezügliches Email von Sebastian F. an die ÖBB bleib bislang unbeantwortet, dafür hörte er von einem Schalterbeamten, dass das in der Ostregion wegen fixer Zonenpreise eben so sei, wörtlich haben der Mann gesagt: „Wir wissen, es is deppat und a Schaß, owa so isses halt.“ Vom ersten bis zum zweiten Komma stimmen wir vollinhaltlich zu.