Doris Knecht
| 07/08
| Kurier-Kolumne
Jetzt gibt Klara E. auf und bestellt die letzten acht noch fehlenden Panini-Pickerl für das Album ihrer achtjährigen Tochter direkt bei Panini. Einem dem Album beiliegenden Faltblatt, das Klara E. klugerweise aufgehoben hat, entnimmt sie, dass sie bis zu 50 Pickerl zum Preis 18 Cent pro Bild bestellen kann, Versandkosten zwei Euro.
Klara E. klinkt sich bei panini.at ein, wo sie erfährt, dass sie Mitglied im „Panini Web Club“ werden muss, um eine Pickerlerwerbsberechtigung zu erlangen. Für die Aufnahme in den Club wird zwingend verlangt: email, Passwort, Vor- und Zuname, Nickname, Geburtsdatum, Adresse, Telefon, Geschlecht. Und das Akzeptieren der „allgemeinen Geschäftsbedinungen des Panini Web Club (obligatorisch)“, im Rahmen derer um die Berechtigung „zur Verwendung der persönlichen Daten, die auf dieser Website gesammelt werden“ gebeten wird. Klara E. wählt von den Anklickmöglichkeiten „Ich erlaube“ und „Ich erlaube nicht“, letztere. Und antwortet auf die Frage, ob sie damit einverstanden sei, dass ihre Daten für Werbezwecke verwendet werden, wahrheits gemäß mit „Nein“; ebenso auf den Wunsch der Erlaubnis der Weitergabe ihrer Daten an Dritte.
Hierauf erscheint auf ihrem Bildschirm ein Warnschild: „Die Seite mit der Adresse www.paninionline.com“ meldet: Um fortzufahren, musst du die Verwendung deiner persönlichen Daten genehmigen“. Wenn nicht: keine Paninis, ein brutal enttäuschtes Kind. Klara E. macht so viele falsche Angaben wie möglich; unter anderem macht sie sich elf Jahre alt, was kein Warnschild zeitigt, also wohl kein Problem ist. Zuletzt erfährt sie, dass die Bilder für 10 Euro express in 7, für zwei Euro in 35 bis 40 Tagen geliefert werden. Kinder kann man so schön neppen.
Oag. Anders kann man es nicht sagen. Sowas gehört wirklich angeprangert, so groß und so laut wie möglich, damit sich diese Widerlinge das vielleicht in Zukunft überlegen.
Vor allem wäre es gut, herauszufinden, wer hinter dieser Website steht. Und die dann anprangern.