Doris Knecht
| 07/08
| Kurier-Kolumne
Kollegin Vera S. möchte etwas zum Themen Kreis Straßenüberquerung beitragen, und zwar folgendes: Sie will an einem hellen, nebelfreien Vormittag gerade dazu ansetzen, den Zebrastreifen über die Auhofstraße Höhe Bossigasse zu überqueren, kommt ein Autofahrer und ignoriert ihre Absichten. Vera S. springt, um ihr Leben zu retten, eilig auf die Gehwegkante zurück.
Aber es gibt eine Gerechtigkeit auf der Welt: Denn unmittelbar hinter dem Vorrangdieb folgt ein Polizeiwagen, aus welchem nun gleich die ihn chauffierende Polizistin springen, den Übeltäter stellen und bestrafen wird. Was nicht geschieht. Statt dessen zwingt auch die Polizistin die abermals zur Überquerung ansetzende Kollegin zum Zurückspringen, indem auch sie einfach weiter fährt. Merke: Es gibt doch keine Gerechtigkeit auf der Welt. Nicht einmal in der Nähe von Gerechtigkeitshütern.
Noch eine Geschichte: Leser Heinz R. stand vergangenen Sonntag an einer Ampel im Bereich der Landstraßer Hauptstraße; kam ein Bus der Wiener Linien um die Ecke gebogen, wobei der Fahrer nur eine Hand zum Lenken frei hatte. Mit der anderen telefonierte er mit dem Handy. Merke: Busfahrer sind auch nur Autofahrer.
Zuletzt: Ein Post-It mit folgender Nachricht fand sich kürzlich auf dem Postfach meiner Nachbarin. „Hallo Schatzi! Ich hoffe, du hattest einen sonnigen Tag! Du fehlst mir, wir hören uns!“ Die Nachbarin hat sich über die Nachricht außerordentlich gefreut, denn sie ist 84 und hat schon länger nichts mehr von ihrem Schatz gehört, da er leider vor 12 Jahren verstarb. Merke: Nicht immer erwischen Marketingspezialisten – das Zetterl bewarb ein cool sein wollendes Internetradio – exakt die Zielgruppe.