Doris Knecht
| 07/08
| Kurier-Kolumne
Nachdem die Linth in Glarus entsprungen ist, fließt sie in den Züri-See hinein, in Zürich als Limmat wieder aus dem See heraus und dann durch die Stadt. Und sie macht, zusammen mit dem Seeufer, Zürich im Sommer zu einer Stadt mit unglaublicher hoher Lebensqualität. (Im Herbst und im Winter regnet es meistens. Im Frühling gleichfalls; das beeinträchtigt die Lebensqualität leider wieder enorm.)
Und so sauber wie der See ist auch die Limmat: An ihrem Ufer drängt sich sommers Strandbar an Strandbar, ähnlich wie am Donaukanal. Aber anders als beim Donaukanal sind die Strandbars auch Strandbäder, denn im kalten, klaren, sauberen Limmatwasser kann man auch baden, schwimmen, sich ein Stück stromabwärts treiben lassen. Und das ist an heißen Sommertagen ein kaum zu übertreffendes Vergnügen.
Dieses Vergnügen haben die Wiener am Donaukanal vielleicht bald auch. Tatsächlich wagen sich, an den grünen Uferabschnitten, jetzt schon einige in den Kanal: Die Wasserqualität hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert und entspreche jetzt, laut Stadt Wien, der Klasse II, was offenbar schon Badewasserqualität entspricht.
Die Wiener Grünen finden nun, dass man dem allmählich auch durch echte Badebuchten entsprechen sollte: samt Ein- und Ausstiegshilfen, Duschen und Umkleidekabinen.
Da Wien nun mal nicht am Badewasser liegt (und erst an die Donau wachsen musste), muss man das Badewasser eben nach Wien hereinholen. Den Kanal dafür haben wir, die Infrastruktur ist da, und die Strandbars schon lange: Wenn man sich jetzt noch von einer zur anderen treiben lassen kann, steht Wien Zürich nichts mehr nach. Plus, es regnet weniger.