wie unkreativ muss man sein, sich an dem wörterbuch fest zu halten und schon den duden abzulehnen, wenn er ein wort aufnimmt, welches man im wörterbuch nicht findet. glücklicherweise ändert sich sprache. mir fällt dazu nur jener kabarettist ein, dessen name mir leider entfallen ist, der in schillers glocke alle nicht-deutschen worte durch deutsche ersetzt hat. tja, engstirnigkeit beginnt beim sprachgebrauch …
lieber norbert,
a) welches nachschlagewerk würden sie statt des "offensichtlich leicht korrumpierbaren dudens" empfehlen?
b) ein häufig gebrauchtes umgangssprachliches wort als "nichtexistent" zu bezeichnen, bloß weil es ihnen vielleicht lieber wäre, es existierte nicht, finde ich doch etwas übertrieben.
viele grüße,
carolina
Kann den beiden Damen Margot und Carolina nur zur Antwort geben: Auch Sprache hat Logik. Das heißt nicht, dass Sprache unveränderlich wäre. Aber "nichtsdestotrotz" ist ein Biertischscherz wider jegliche Sprachlogik (was ich ja auch ausgeführt habe, aber darauf ist komischerweise niemand eingegangen; zu schwierig?).
Wenn Sie DAS nicht merken -- na, dann sollten Sie anderen jedenfalls keine Engstirnigkeit oder Übertreibungen vorwerfen. Meine ich.
Wie schön ist es doch, dass wir die Sprache verwenden können wie wir wollen. Manche mag das ärgern. Ich steh voll drauf und nutze das aus. ;) Ohne DeutschlehrerIn sein und einfach tun was man mag ;)
Liebe Grüße
Kathi
Schon interessant. Man hat mir hier jetzt bereits Engstirnigkeit, Unkreativität, Deutschlehrertum und Ähnliches vorgeworfen. Aber meine Antwort, zumindest auf die ersten beiden Postings, die wurde NICHT gebracht.
Aber es ist eh wurscht. Wer Logik nicht versteht, der(die) versteht auch Sprache nicht. Und wer Sprache nicht versteht, mag schreiben, was sie (er) will. Ich find's nur -- um wieder zum Anfang zurückzukehren -- einfach schade, dass auch Menschen, deren Meinungen und Haltungen ich sonst sehr schätze, wie eben Sie, Frau Knecht, von diesem sprachlichen Beliebigkeitsvirus angesteckt sind. Naja, ich werde es nicht ändern.
OK, vielleicht ein technisches Problem.
Ich muss also die Behauptung, meine Antwort vom 8. Oktober auf die Postings von Margot und Caroline sei nicht gebracht worden, zurücknehmen. Sie wurde gebracht.
Das ist aber auch schon ALLES, was ich zurücknehme....
Möchte Norbert zustimmen.
Ich stolpere auch schon seit Jahren jedes Mal unmutig über die Zusammenfügung "nichtsdestotrotz", geriet fast schon in Panik, als ich es vor geraumer Zeit sogar in einer Theater-Besprechung des Deutschlandfunks hörte, und beruhige mich inzwischen damit, dass es immerhin die Süddeutsche Zeitung allenfalls auf der Lokalseite durchgehen lässt.
Zum Ursprung meine ich mich zu erinnern, dass es zum ersten Mal Ende der 70er Jahre in einem Sketch von Dieter Hallervorden aufgetaucht ist. Dessen Grimassieren und sein typischer Sprechduktus war der Wortschöpfung ja auch durchaus gemäß.
Ich höre seine Stimme darum jedes Mal im Hintergrund mit, wenn jemand dieses Unwort benutzt.
Liebe Frau Knecht!
Gerade die Tatsache, dass der Duden das nichtexistente Wort "nichtsdestotrotz" anführt, disqualifiziert ihn.
Es gibt zwei Wörtern, nämlich "nichtsdestoweniger" und "trotzdem", aus denen an irgendeinem Biertisch vor längerer Zeit ein B'soffener mit Hirnfadesse das Monster "nichtsdesto-trotz" geboren hat.
Wer einen Funken Sprachgefühl hat, merkt doch sofort, dass dieses Wort in sich widersprüchlich ist, weil "desto" eine hinweisende Variante von "um so" ist und daher einen nachfolgenden Komparativ, wie z.B. "weniger" verlangt. Was es NICHT verlangt ist ein "trotz".
Trotzdem mag ich das meiste, was Sie schreiben. Nichtsdestoweniger wäre es angebracht, über manchen schlamperten Sprachgebrauch, der seinen Weg in den offensichtlich leicht korrumpierbaren Duden gefunden hat, nachzudenken.
Liebe Grüße, NH