Doris Knecht
| 10/08
| Kurier-Kolumne
Aus den Briefen meiner Leserinnen und Leser: Man tadelt mich wegen Gebrauchs falscher oder ungeläufiger Wörter. Aktuell dem Wort nichtsdestotrotz, dessen gestrige Verwendung Leserin Barbara O. in einem nichtsdestotrotz sehr netten Mail anprangert. Das Wort sei nicht schön; dem pflichte ich bei. Nichtsdestoweniger sei zwar, schreibt Frau O., auch nicht schön, dafür aber korrekt, denn es finde sich im Deutschen Wörterbuch, im Gegensatz zu nichtsdestotrotz, wodurch Frau O. insinuiert, dass nichtsdestotrotz praktisch nicht existiere.
Dem nun muss ich widersprechen, denn, Beweismittel A, der „Duden, Die deutsche Rechtschreibung“, kennt nichtsdestotrotz wohl. Er stellt nur ein „ugs.“ bei, das nicht das Missfallen der Duden-Autoren ausdrücken soll, sondern „umgangssprachlich“ bedeutet. Das wäre geklärt.
Unklar ist hingegen, was Leser Robert H. an ab und an stört. Ob das Vorarlbergerisch sei; er habe das bei seinen Ländle-Aufenthalten nie gehört, aber Wienerisch sei das gewiss nicht, „da heißt es eindeutig ab und zu. Was sagen Sie als quasi Integrierte dazu?“ Also ich sage: Sie! Was meinen Sie mit „quasi integriert“? Ist das beleidigend gemeint? Und ich sage: Verehrter Herr H., es kribbelt in mir der göttliche Auftrag, Ihren Wortschatz zu vergrößern. Also: ab und an ist (Beweismittel B: „Duden, Sinn- und sachverwandte Wörter“) gebräuchlich. Weiters können Sie verwenden: hin und wieder, zuweilen, mitunter, manchmal, gelegentlich,von Zeit zu Zeit, fallweise, hie und da, mitunter. Bisweilen passt auch bisweilen.
Peter K. wiederum schickt ein langes Gedicht, das mit den Worten „Unfassbar, wirklich wahr, du bist tatsächlich 40 Jahr!“ beginnt. Ich glaube aber, der hat sich vermailt.