Es ist schwer, aus der augenblicklichen Wirtschaftskrise etwas Positives zu filtern; eigentlich hat gerade ein jeder Angst. Die Menschen sorgen sich um den Arbeitsplatz, die Pensionsvorsorge, die Zukunft an sich. Der New York Times ist das dennoch gelungen etwas Gutes im Schlechten zu entdecken; schlechte Zeiten seien, war da zu lesen, überraschenderweise gut für die allgemeine Gesundheit und besserten zudem die Gewohnheiten der Leute.
Denn es werde in wirtschaftlich guten Phasen der Wert von Zeit höher eingeschätzt, was offenbar dazu führt, dass die Menschen mehr und länger arbeiten und weniger jener Dinge tun, die gut für sie wären; zB. etwas Sport zu betreiben oder zuhause zu kochen. Deshalb ernähren sich die Menschen, wenn das Geld knapp zu werden droht, scheints gesünder: Sie gehen seltener in Schnell- und andere Restaurants, um dort zu fette Menüs zu essen, sondern kochen, um Geld zu sparen, häufiger zu Hause. Was wiederum das Familienleben positiv beeinflusst, weil die Leute mehr Zeit daheim verbringen und sich dort intensiver mit ihren Kindern beschäftigen.
Ohne hier in einen großen moralischen Rückbesinnungssermon verfallen zu wollen: Aber wenn eine Zeit wie diese einen kleinen positiven Effekt hat, dann vielleicht den, dass wir weniger das sehen, was wir dringend auch noch haben müssen, sondern wieder Respekt vor dem bekommen, was schon da ist.
Merkwürdig, dass genau in diesem Augenblick John Lennons „Imagine“ aus dem Zimmer der Kollegin herüberklingt. Imagine all the people living for today: Stell dir all die Leute vor, die für das Hier und Heute leben. Auch wenn das gerade weniger verlockend glitzert, als wir gewohnt sind.