10.10.08

Flaschen sind leider aus

Doris Knecht | 10/08 | Kurier-Kolumne

Kleiner Nachtrag zur „Es-weihnachtet-sehr“-Kolumne. Denn während augenblicklich in den Gärten die Äpfel tonnenweise von den Bäumen hängen und ins noch saftige Gras fallen, sind die Baumärkte schon lückenlos mit Weihnachtsdekoration ausgestattet: Es gibt fuhrenweise Kerzen und Lametta und anderen Christbaumschmuck, es gibt  Kunststofftannengrün und Lichterketten, an denen Sternderl  leuchten. (Ja, ich weiß, das hatten wir schon, aber warten Sie:)
Denn es gibt in den Baumärkten von ganz Wien und halb Niederösterreich keine einzige 1-Liter-Glasflasche mehr, in die man frischgepressten Apfelsaft füllen könnte. Die sind, wie  einem Mitarbeiter um Mitarbeiterin am Telefon und in den Filialen versicherten,  schon lange aus.  Und, leider, die werden heuer auch nicht mehr nachbestückt. Man braucht ja Platz, um rechtzeitig die flächendeckende Versorgung mit   Weihnachtsplingplong garantieren zu können.  Das. Ist. Krank.
Denn wir haben in unserem Waldviertler Garten  mehr Äpfel, als  Familie und  Freunde essen und in Kuchen einbacken könnten und pressen sie deshalb zu Saft. Weil wir uns aber nicht schon im Frühjahr während der Apfelblüte um Saftflaschen gekümmert  und unlängst die Erfahrung gemacht haben, dass heiße Flüssigkeiten Petflaschen zum Schmelzen bringen, wussten wir uns schließlich nur noch so zu helfen: Wir kauften im Supermarkt zwei Kisten Mineralwasser in Glasflaschen. Füllten das Mineralwasser in die Apfelsaft-Kanister und den pasteursierten Apfelsaft in die Mineralwasserflaschen.  Und überlegten, ob wir vielleicht so hübsche Weihnachtsetiketten darauf picken sollen, die es jetzt schon überall gibt: Aber nein, das ist ja krank.
 
 
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