Doris Knecht
| 10/08
| Kurier-Kolumne
Ist ja gut! Es wird nicht mehr vorkommen! Wenn es sich vermeiden lässt! Meine Leserinnen und Leser bitten mich inständig, nicht mehr über so Grauslichkeiten zu schreiben wie letzte Woche (ich führe die jetzt nicht mehr aus): Sie säßen, während sie diese Zeilen läsen, häufig beim Frühstück und mit derlei verdürbe ich Ihnen selbiges. Wonach ich natürlich nicht trachte.
Leider muss man beim Verlängern der Liste Lässlicher Laster manchmal in den Dreck greifen; so wie Leserin Z.-K., die sich an herumliegenden Zigarettenstummeln stößt. Und vorschlägt, ein jeder solle auf drei, vier Metern vor seinem Haus die Tschick einsammeln und sie in einem Sackerl ins Rathaus schicken. Ich möchte festhalten, dass ich diesen Vorschlag nur referiere, was nicht bedeutet, dass ich ihn gut heiße.
Zumindest abschreckend heiße ich dagegen eine Praktik der Wiener Volkshochschule. Leserin P. erlaubte sich nämlich, sich dort für einen Kurs anzumelden. Und erhielt prompt ein Mail, das ihre Buchung bestätigte: Sie sei hiermit verbindlich angemeldet, Überweisung der Kursgebühr bitte an Konto Sowieso bei der Bank Sowieso; Zahlung spätestens bis und so weiter, dann noch die Öffnungszeiten. Wonach Frau. P. ansatz- und absatzlos über folgendes in Kenntnis gesetzt wurde: „Zahlungen, die nach zweimaliger Mahnung (inkl. Mahnspesen) nicht bei uns eingelangt sind, werden an unser Inkassobüro weitergeleitet. Auf Wunsch senden wir Ihnen gern unser Kursprogramm zu. Mit freundlichen Grüßen usw...“
So, schreibt Frau P., wird man von einem neuen Dienstleister gern begrüßt: mit sofortiger Inkasso-Androhung. Zum Glück hatte Sie schon gefrühstückt.