23.11.08

Das da kommt gar nicht in Frage

Doris Knecht | 11/08 | Kurier-Kolumne

Jetzt solls dann ja auch schneien. Recht so, ich fühle nämlich allmählich eine innere Bereitschaft, die Weihnachtssaison beginnen zu lassen: mit LCD-Lichterglanz über den Straßen und an den Geschäften, mit Adventkranzgebinde und Keksteiggepatze, mit Lichterglanz und Liederklang, mit Christkindlmarkttralala und Punscheinfüllung, mit Adventkalendersackerlaufhängen und Weihnachtswunschlisten-Management. Also, Kind, über das, das das und das kann ich mit dem Christkind verhandeln, aber das da kann ich ihm unter keinen Umständen einreden. Mensch, Mama, jetzt kapier’s doch endlich, es gibt kein Christkind! Wäre aber schön, wenn es eins gäbe, dann käme mir Weihnachten nicht so teuer, jedenfalls kommt das da auf keinen Fall unter den Christbaum. Dann mails doch der Oma! Sicher nicht. Ich musste der Oma schon das ganze Pokemon-Zeug wieder ausreden, das die Kinder ihr den Herbst über erfolgreich eingeredet haben; erstens haben sie schon so viel von dem Klumpert, zweitens spielen sie eh nicht wirklich damit. Und das da schenkst du ihnen bitte auf keinen Fall, Oma, gell?, selbst wenn sie dich in den nächsten Wochen am Telefon mit ihrem ganzen Vorrat an süße-Enkerl-Plingplong niederflehen, das da kommt nicht in Frage. Was dagegen unbedingt in Frage käme, ja, dringlichst notwendig wäre: Ein rigides, sagen wir, fünfjähriges „Last-Christmas“-Moratorium. Der Wham-Song: Den pack ich einfach nicht mehr. Seit 24 Jahren sind wir nun schon Jahr für dem „Last Christmas“-Terror ausgesetzt, es muss jetzt einmal weihnachtliche Gnade walten. Ab 2013 ertragen wir es dann vielleicht wieder für eine Saison; aber jetzt bitte gusch. Aber abgesehen davon: Lasst Weihnachten beginnen! Die Zeit ist jetzt reif.
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