Doris Knecht
| 11/08
| Kurier-Kolumne
Jetzt ist es schon wieder passiert. Jetzt hat es mich schon wieder erwischt; „Tüte“ habe ich in der Partnerschaft-und-TV-Kolumne geschrieben, anstatt korrekt: Sackerl. Einmal passt man einen Augenblick nicht auf, kaum ergibt man sich ein Momenterl der sonntäglichen Semikonzentration, schon stellt einem das Bundesdeutsche ein Haxl, und auweh. Darauf hat es ja nur gelauert, das Bundesdeutsche. Leser Thomas L. macht mich auf sehr freundliche Weise auf meinen Irrtum aufmerksam; während sich die Herren und Damen (es sind entschieden mehr Herren als Damen, deshalb die taktlose Reihung), die mich normalerweise in korrektem Österreichisch unterweisen, noch die Haare raufen. Gute Güte! Setzen, fünf!
Auch Kollege Michael H. korrigiert mich, und zwar wegen meiner Expertise. Ich schloss nämlich: entweder Fernsehen oder sich mit dem Partner beschäftigen, vereinbaren ließen sich die beiden Tätigkeiten eher gar nicht. Völlig falsch, sagt der Kollege: Er, zum Beispiel! Er also massiere seiner Angetrauten während des Konsums von Fernsehware die Füße, und das mit großer Virtuosität sowie Hingabe. Und das sei ja nun eine Beschäftigung mit der Partnerin, sagt der Kollege, wie sie praktisch exakt so im Glückliche-Partnerschaft-Handbuch stehe. Allerdings stellt sich die Sache auf Nachfrage als Geschäft heraus, denn während der Kollege die Gattinenfüße knautscht und knetet, läuft natürlich nicht „Greys Anatomy“ oder „Men in Trees“, oder was der Besten sonst das Herz wärmte (und die Füße sozusagen von selber kribbeln ließe), sondern die Champions League. Die gute Gattin ist, falls das nicht klar ist, kein Fußballfan. Der fußknetende Gatte dagegen: sehr.