27.11.08

Gefühlter Erfolg

Doris Knecht | 11/08

Die Nachricht, die heurige Buch Wien sein kein Erfolg gewesen, überrascht mich: Noch am Samstag Abend stand ich mit zufriedenen Verlegern, zufriedenen Buchhändlerinnen und zufriedenen Autoren zusammen, die die heurige Buch Wien in der Messe samt Lesefestwoche als ziemlichen Erfolg werteten. Sowohl das Interesse der Leser für die Verlagsstände und Autoren, als auch die Umsätze in der gemeinsamen Buchhandlung auf der Messe seien deutlich größer gewesen als in den vergangenen Jahren: Da hatte die Buch Wien noch sehr viel gedrängter im Rathaus stattgefunden. Und offenbar hatten dort, auch aufgrund des bislang freien Eintritts, deutlich mehr Besucher hingefunden als heuer zum Messegelände: bei über acht Euro Eintritt. Trotzdem: An den insgesamt eineinhalb Tagen, die ich auf der Buchmesse verbracht habe, fühlte sich die Sache durchaus erfolgreich an. Es war fast immer voll, man sah sehr viele Schüler und junge Menschen, die Lesungen auf den verschiedenen Podien und Foren waren gut bis sehr gut besucht, und an den Ständen wurde qualifiziert über Neuerscheinungen und Literatur an sich geplaudert. Und zwar häufig mit Verlagsleiterinnen und Verlagsleitern, die heuer zahlreich persönlich anwesend waren, während man ins Rathaus eher Mitarbeiter entsandt hatte. Natürlich kann man immer noch einiges besser machen: Mehr österreichischen Starautoren, die praktisch alle bei großen deutschen Verlagen veröffentlichen, müssten dabei sein (meistens reichen gute Honorare als Anreiz). Größere internationale Verlage müssten angelockt werden. Und das Drumherum darf ruhig ein wenig glamouröser sein. Aber der Weg, den die Buch Wien eingeschlagen hat, der passt schon.
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