Doris Knecht
| 11/08
Es wird jetzt gleich einen neuen Kanzler geben und einen neuen Vizekanzler und nagelneue Ministerinnen und Minister. Und wie die scheidende Gesundheitsministerin nach ihrer Angelobung bewiesen hat, kann einem die Begeisterung über den eigenen Bedeutungszuwachs schon auch das eine oder andere Haxl stellen.
Eh klar wollen wir, dass jetzt einmal vernünftig und engagiert regiert wird. Aber wenn unsere Lust am milden Desaster nur ein ganz winziges bissl bedient würde, hätten wir auch nichts dagegen. Nur so ein bissl.
Natürlich trachten die Herren und Damen Minister, uns dergleichen vorzuenthalten zum Glück sind sie auch nur Menschen.
Und ein solcher fragt sich: Wie beginnt man so ein Minister-Dasein? Existiert etwas derartiges wie eine ministeriale Etikette und wo, wie und von wem erlernt man die? In einem Intensiv-Seminar mit einem Privat-Trainer? Oder mit einem Multiple-Choice-Test? (Wenn man Sie während eines Gschnases auffordert, auf der Bühne zu tanzen, dann: a) nichts wir rauf und die Röcke fliegen lassen; b) schützen Sie mit verschmitztem Lächeln eine alte Knieverletzung vor; c) drohen Sie mit Subventionsentzug.) Auf welche Anlässe geht man überhaupt?
Wie ist das mit der Garderobe: Nimmt man die eigene? Besorgt man sich extra etwas Distinguiertes? Soll es teuer sein oder genau nicht? Wirft einen die Partei gleich einer Stilberaterin vor, oder wird einem eine solche erst zugewiesen, nachdem dem Herrn Minister bei einem Staatsbesuch in klimatisch begünstigtem Ausland eine kurze Hose passiert ist, oder der Frau Staatssekretärin vor laufenden Kameras der Stringtanga aus dem Beinkleid blitzte?
Minister sein dagegen sehr.