Doris Knecht
| 12/08
| Kurier-Kolumne
Die K.s haben einen Buben, der geht in den Stadtpark-Kindergarten, und um dorthin zu gelangen, müssen die K.s Am Stadtpark sechs Fahrstreifen überqueren. Zum Glück gibt es eine Ampel, und dort schleifen die K.s ihr Kind Tag für Tag über den Zebrastreifen, dass es ihm fast den Arm auskegelt. Denn die Ampel zeigt – die K.s haben das wiederholt gestoppt – genau zehn Sekunden lang grün. Haben Sie schon einmal versucht, ein fünfjähriges Kind in zehn Sekunden über sechs Fahrstreifen zu bewegen? Die Verkehrsplaner ganz eindeutig nicht.
Fünf Sekunden dagegen hält die Lähmung, die 50.000 Volt auslösen, per Taser in einen Menschen gejagt: Ein KURIER-Kollege und der FPÖ-Abgeordnete Harald Vilimsky haben das ausprobiert, und wurden dann von zwei kräftigen Männern sanft auf eine Matte gelegt, auf dass sie sich beim Sturz nicht weh tun. Was ich gestern als realitätsfern kritisierte: Denn im Gefängnis, wo Taser eingesetzt werden sollen, stünden wohl keine Helfer bereit, die den Stürzenden auffangen.
Gleich mailte Herr Vilimsky: „Erlauben Sie mir die Feststellung, dass Sie mit Ihrem Kommentar nicht richtig liegen. Es ist nämlich Teil der Taser-Anwendung in Österreich, eine angeschossene Person genauso sanft zu Boden zu bringen, wie es bei mir und Matthias Hofer der Fall war!“Ah so!
Erlauben Sie mir dann die Frage: Wozu brauchen Justizwachebeamte Taser, wenn sie im Moment seiner Anwendung eh drei gegen einen sind? Also einer, der schießt und zwei, die auffangen? Eigentlich würde ich – Fluchtgefahr besteht ja nicht – drei kräftigen, in solche Situationen trainierten Beamten zutrauen, dass sie auch so mit einem Häftling fertig werden. Aber bitte, ich kann mich irren.