Doris Knecht
| 12/08
| Kurier-Kolumne
Meine erste Wiener Wohnung war winzig, hatte kein Wasser und ich konnte sie mir trotzdem kaum leisten; aber ich hatte sie. Ich hatte sie, und ich hatte keine Kinder und wenn das Geld aus den Gelegenheitsjobs einmal gar nicht reichte, halfen mir Familie und Freunde aus der Patsche.
Jetzt einmal die Vorstellung, es ist nicht so. Man ist allein, man hat Kinder, man hat kein Geld und kann keine Miete zahlen und kein Essen kaufen und absolut niemand ist da, der einem aus der Patsche helfen kann. Das muss man sich, ganz im Ernst einmal vorstellen. Wie sich das anfühlen würde, wenn man das selber wäre.
Man würde dann vielleicht auch irgendwann vor der Tür des Vereins Immo-Humana stehen, weil man gehört hat, dass die helfen.
Das tut der Verein: Er sorgt dafür, dass verlassene oder verwitwete Mütter mit Kindern, egal woher sie kommen, ein Dach über den Kopf erhalten, für das sie in der ersten Zeit nichts oder gerade so viel bezahlen, wie sie sich leisten können. Dafür braucht es Wohnungen – 27 Frauen und ihren Kindern wurde letztes Jahr geholfen –, dafür braucht es Geld. Wovon manchmal so wenig da ist, dass die Vereinsmitarbeiter mitunter auch aus eigener Tasche für Kinder-Brillen und Schulsachen bezahlen; wenn es gerade dringend gebraucht wird.
Der KURIER hilft Immo-Humana ; Sie können auch helfen: Informationen unter www.immo-humana.at, Spenden auf das Konto 030-46400 bei der Erste Bank.
Und das bringt etwas: Die Geschichten der Frauen, denen geholfen wird, sind zu 98 Prozent Erfolgsgeschichten. Denn offenbar ist niemand ist stärker und entschlossener als eine Mutter, die ihren Kindern eine Zukunft verschaffen will. Und ein Happy End.