Doris Knecht
| 12/08
| Kurier-Kolumne
Männer sollen hier eventuell gar nicht weiterlesen. Also, so sie zu jenen Exemplaren zählen, die einem mit glühendem Engagement versichern, wie null sie sich für Astrologie interessieren, ach was: schlagartig verlören sie jeglichen Respekt selbst vor Menschen, die Horoskope auch nur zur Unterhaltung lesen, undsoweiter, palim palim. (Ich bin überrascht , dass das diesbezügliche Mail des Kollegen T. noch nicht eingelangt ist.)
Dabei würde natürlich jeder gern hin und wieder durch einen Spalt ein bisschen in die Zukunft wundern, und die Gegenwart bietet, allen technologischen Errungenschaften zum Trotz, hierfür nur äußerst beschränkte bis keine Möglichkeiten. Die Sterne bieten da eine kleine Chance, bei der man sich erstens nicht allzuweit ins Esoterische hineinlehnen muss: Man hat ja nur ein bisschen Richtung Firmament geblickt oder blicken lassen. Mit der romantischen Sehnsucht, dass s den eventuell ein paar netVerheißungen für einen parat habe.
Denn zweitens erlaubt einem die Astrologie, jedenfalls die Hobby-Astrologie, sich jeweils das herauszufischen, was einem innerhalb des individuellen Lebensentwurfs als passend, brauchbar und erstrebenswert erscheint. Wollen wir uns Rückschläge und Enttäuschungen in Aussicht stellen lassen? Wollen wir nicht! In diesem Fall sehen wir uns doch lieber als Zupacker, die ihrer Zukunft selbst in der Hand halten. Aber wollen wir daran glauben, dass uns, zum Beispiel, schon bald die große Liebe , das viele Geld ereilt? Ja! Soll kommen!
Das KURIER-Tages-Horoskop jedenfalls sagt mir, ich solle heute doch einmal auf den Job vergessen. Dem will ich mich nicht länger widersetzen.