25.12.08

Obacht, Gräte

Doris Knecht | 12/08 | Kurier-Kolumne

Heute! Das Christkind! kommt! Süßer die Glöcklein! Und alles! 
Die britische Regierung hat zur unversehrteren Verbringung des  heiligen Abends an ihre Bürgerinnen und Bürger Flugblätter verteilt: Die neigen am Heiligen Abend zu vielen, oft durchaus originellen Verletzungen,  etwa weil sie Spielzeug mit Messern statt mit Schraubendrehern zusammenbauen, den Braten in der Mikrowelle explodieren lassen oder beim Hinsetzen ihren Sessel verfehlen.
Natürlich ist man auch hierzulande am heiligen Abend mannigfaltigen Gefahren ausgesetzt, die, ähnlich wie in England, nicht selten mit engagiertem Alkoholkonsum  zusammenhängen. Auch wir wollen die Leser nicht ungewarnt in Gefahren laufen lassen: deshalb hier eine kleine Warnungsauswahl.
Nicht das Reindl mit der Gans ohne Topflappen aus dem Ofen holen. Obacht vor der gemeinen Karpfengräte. Vorsicht mit dem Christbaum: Brandgefahr durch Kerzen und Sternspritzer, eh klar, plus Umsturzgefahr, plus, davor sahen sich die Briten zu warnen gezwungen, Magenblutungsgefahr infolge Verspeisens der Elektrokerzen-Glühbirnchen. Leider wird beider Befriedigung der weihnachtlichen Kerzenscheinsucht auch gern darauf vergessen, dass der Adventkranz schon vier Wochen vor sich hin trocknet und am heiligen Abend ungefähr noch über die Feuer-Resistenz eines  Brandbeschleunigers verfügt.
Die gefährlichste Heiligabenruiniergefahr entsteht aber natürlich aus jenem Konfliktpotential, das die Kombination von zuviel vorweihnachtlichem Stress und zu hohen Erwartungen an die perfekte Weihnachtsidylle in sich birgt. Also: Lieb sein! Zur Familie, zu den Freunden, zu sich selbst: Haben Sie sehr frohe Weihnachten.
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