9.01.09

Da fährt der Hund drüber

Doris Knecht | 01/09 | Kurier-Kolumne

Beruhigend, dass es auch 2009 zuverlässige Konstanten gibt. Sieht man in „Seitenblicke“ hinein, schaut  Jeannine Schiller heraus. Diesmal in caritativer Mission, was ihr Angetrauter, vors Mikrofon gebeten, mit folgenden Worten kommentierte: „Man sieht ihr nicht an, dass sie eine Mutter Theresa ist, weil sie  sich nicht so in Schutt und Asche wirft.“
Und obwohl Mutter Theresa selbst  knietief im Dreck watend eleganter war als es Jeannine Schiller je sein wird, muss man Herrn Schiller zustimmen. Denn auch wir bezweifeln, dass Schutt Frau Schiller ihrem Geschmack gemäß kleiden würde. Na gut, der Sack, den Herr Schiller eigentlich gemeint haben dürfte, vermutlich auch nicht, auch wenn es im Schillerschen Fall, Hut drauf, verlässlich ein glänzglitzriger Sack wäre;  da fährt der Hund drüber.
Auch Kleine-Zeitung-Kulturchef Frido Hütter meinte etwas anderes bzw. jemand anderen, als er kürzlich in der Neue am Sonntag den neuen Linzer Kultur-Glitzerglanz kommentierte, den der Spiegel in einer Reportage so gar nicht hatte sehen wollte. Nämlich vor drei Jahren als, wie Hütter  schrieb, „der deutsche Rapper Smudo in Linz vor Gericht stand“. Smudo, der herzige Schmusebär unter den  Fantastischen Vier, dürfte mit seiner überraschenden  Besetzung als Körperverletzungsangeklagter eher minderglücklich  sein. Denn tatsächlich stand 2005 in Linz der über die Maßen unschmusebärige Rapper Bushido vor Gericht, nachdem er in einer Schlägerei einen 20jährigen ins Spital geprügelt hatte.
Leser Albin P. aber hätte nichts gegen den KURIER-Titel „Wir müssen fest zusammenhalten“. Ausgenommen in einer Geschichte über  siamesische Zwillinge. Nun ja.
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