4.01.09

Das Gute zuerst

Doris Knecht | 01/09 | Kurier-Kolumne

Leser-Feiertagserlebnisse: ein gutes zuerst: Die Stromstörung in einer Wohnanlage am Rosenhügel am heiligen Abend wurde  innerhalb einer halben Stunde behoben: Das gab Leser L., dort wohnhaft, den Glauben an die Wienstrom zurück. Er sagt: danke.
Auch Leserin T. wollte glauben, und zwar am 1. Jänner dem Schild an der Post am Fleischmarkt, dass hier an Feiertagen von 9 bis 22 Uhr geöffnet sei: Allein, eine verschlossene Tür hinderte sie daran. Unter der angegebenen Telefonnummer erklärte ihr ein Tonband, sie rufe außerhalb der Öffnungszeiten an. Das war ihr aber schon aufgefallen.
Die B.s fuhren samt Kind und Gepäck mit der Bahn nach St. Pölten und waren ihrer Fitness dankbar, die es ihnen erlaubte, im Laufschritt die Bahnhofsbaustelle zu queren und den zwei Minuten später abfahrenden Anschlusszug zu erreichen. Wäre ihr Zug drei Minuten verspätet gewesen, hätten sie zwei Stunden warten dürfen und ihre  Platzreservierungen eingebüßt, da die ÖBB Verspätungen unter fünf Minuten  nicht als solche betrachten.
Die Wiener Linien wiederum betrachten dünne Gegenstände nicht als Gegenstände: Leserin B.-B. hatte diesen besorgt gemailt, nachdem sich eine ULF-Tür der Linie 43 über dem Stab eines Luftballons widerstandslos geschlossen hatte. Die Anwort: „Ein derart dünnes Objekt (2-3 Millimeter), wie von Ihnen beschrieben, kann von den Sicherheitseinrichtungen nicht erkannt werden“. Was passiert, wenn eine dünne Jacke mit einem Mensch darin in einer Bim-Tür hängen bleibt?
Apropos Jacke, das Gebiss von Leser N.s Großonkel Karl  tauchte wieder auf: in der Jackentasche seines Sohnes, in der der Onkel es am heiligen Abend, nachdem er es für feste Nahrung nicht mehr brauchte, verstaut hatte. Darauf Prost.
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