11.01.09

ÖBB-Warteliste, Platz 171

Doris Knecht | 01/09 | Kurier-Kolumne

Von allen Geschichten über die ÖBB, die mir bislang zugetragen wurden, ist das die irrste. Passen Sie auf. Leser Nikolaus K. plant gemeinsam mit Freunden einen Teil des Weges in die Semester-Schiferien umweltfreundlich mit dem Autoreisezug zurückzulegen und will die Reise schon Anfang November am Ticketschalter buchen. Geht nicht. Geht nur noch per Internet und Fax. Am 18. November faxt er also zwei leserlich ausgefüllte Bestellformulare für zwei Mal Autoreisezug am 31. Jänner (hin) und 7. Februar (retour) und reserviert insgesamt sieben Plätze. Er hört bis zum 4. Dezember nichts und bittet dann in einem Mail um Zu- oder Absage. Antwort: „Die Buchung ist leider noch nicht möglich. Wir halten Ihre Bestellung in Evidenz.“ Dazu eine Telefonnummer mit Durchwahl. K. greift zum Telefon, wählt und kommt an eine Dame in der Telefonzentrale, die weder die Durchwahl noch den Namen der Person, die das ÖBB-Mail geschickt hat kennt, aber sehr hilfsbereit ist: Schließlich findet sich die Person im Büro der „CC-Wien-Ticketline“. Sie informiert K. darüber, ab 15. Dezember werde ausgewählt, wer Tickets bekommt und wer nicht. Er werde verständigt. Die zwei Familien warten auf Nachricht. Sie kommt per Mail am 29. Dezember: Die Fahrkarten seien gebucht und würden per Post versandt. Nach dem Weihnachtsurlaub holt K. das ÖBB-Kuvert Anfang Jänner aus der Post, es enthält die Buchung für ein Fahrzeug und drei Plätze. Nach zehn Minuten am Telefon stellt sich heraus: Das zweite Bestellfax wurde übersehen. K. steht nun an Stelle 171 der Warteliste für einen Platz im Autoreisezug. Fährt K. jetzt mit dem Auto? Das, und was die zuständige Ministerin dazu meint, lesen Sie amMontag.
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