12.02.09

Es wäre eigentlich ganz einfach

Doris Knecht | 02/09 | Kurier-Kolumne

Am Sonntag bin ich –weil wir gestern von  Information auf und über Lebensmittel sprachen –  wieder einmal in eine Jamie-Oliver-Sendung gestolpert, „Jamie at home“. Da stiefelt Oliverdurch seinen Garten in Essex, reißt Gemüse und Kräuter  aus und schiebt das mit Fisch oder Fleisch oder gar nichts in  Öfen. Und wie jedes Mal war ich hingerissen von Oliver.
Der hat so eine klare, unbeirrbare, durch und durch überzeugende Vorstellung davon, was zu tun (und zu kochen) ist: Egal, ob er in einem Londoner Loft werkt oder in britischen Schulküchen oder mit Jugendlichen in seinem Restaurant oder in seinem Garten: Er will und macht es richtig. Und er sagt: Es ist ganz einfach, die Information ist da, wir müssen sie nur anwenden.  Die Idee ist simpel: Meistens ist das Einfache, das Pure, das Frische, das Unverfälschte, das Naheliegende, das Ehrliche auch das Richtige.   Oliver zeigt, wie man das erkennt und was man damit macht.
Ganz einfach. Ganz einfache Hilfsmittel; ein  Ofen, alte Töpfe. Einfache, für alle verfügbare Lebensmittel: Erdäpfel,  Fleisch, Grünzeug, das gerade wächst.
Im Hinterkopf immer: Wenn es viele Möglichkeiten gibt, ist die einfachste oft die beste.  Sehen lernen. Schmecken lernen. Essen lernen. Selber machen. Wenn das Angebot unübersichtlich ist, das Pure, das Gute wählen.
Hier brüllen Kritiker stets: Gut ist teuer! Kann sich das sog. Kaloriat eben nicht leisten!   Blödsinn. Es kostet 1 kg Bio-Erdäpfel: 1,86 Euro.  1 kg Tiefkühl-Pommes:  2,92 Euro. 1 kg Billig-Chips: 3,60 Euro. 1 kg Biokarotten: 1,98 Euro.  1 kg Tiefkühlpizza: ca. 7 Euro. 1 kg Bio-Henderl: 7,99, 1 kg McChicken ca. 15 Euro.
Es wäre ganz einfach; sehen und wollen und tun muss man es halt.
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