6.02.09

Im Osten: Regenschauer

Doris Knecht | 02/09 | Kurier-Kolumne

Der Plan war so: Wir fahren in den Ferien nicht weg. Wir bleiben in Wien. Wir schonen die Umwelt durch den Verzicht auf Anreise ins Schigebiet, und wegen uns braucht man nicht die Alpen mit Liftanlagen zu dekorieren, wir finden sie auch so schön. (Vor allem: Wir fahren nicht gern Ski.)  Ersatzweise, so der Plan, gehen wir eislaufen, schwimmen und auf den Wilhelminenberg rodeln, und  unterstützen die heimische Wirtschaft durch den Verzehr  von vorzüglichen, in Austria gewachsenen und produzierten Lebensmitteln, auch flüssigen.
Das war der Plan. Und nur das letzte blieb davon übrig, weil schauen Sie einmal zum Fenster hinaus. (Nein, nicht Sie im Schigebiet,  sondern Sie, der Sie auch in Wien hocken): Wir sehen nämlich was? Schaurigen Regen sehen wir. Eine graue Wolkendecke sehen wir, hundert Tuchenten dick.
Als zusätzliche Prüfungsverschärfung wurde eins der Kinder krank und bleibt es (soviel zum Schwimmen) seit   nunmehr sechs Tagen, und statt eiszulaufen saß es mit seinem Vater zwei Stunden im Wartebereich des AKH, um sicherzugehen, dass es nicht doch etwa eine Angina hat. (Die Hausärztin urlaubt in einem Schigebiet oder sonstwo, wo die Sonne strahlend von einem verrückt blauen Himmel blitzt). Immerhin: Ich war derweil mit dem anderen Kind am Rathausplatz, Kufenrunden drehen, was trotz der Wolkentuchent ganz nett war.
Heute ist daran nicht zu denken. Heute liegen wir alle im Bett und lesen, arbeiten, spielen Mensch-ärgere-dich-nicht, schauen „Wickie“ oder, mammamia!, zum achten Mal „Mamma mia“. Wenn’s dunkelt, wird gekocht und ein Glas Wein eingeschenkt... So betrachtet: perfekt eigentlich. Wir sehen draußen was? Regen, herrlichen Regen.
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