Doris Knecht
| 02/09
| Kurier-Kolumne
14 Gründe, jetzt in Wien mit dem Rad zu fahren:
1) Das Auto wurde von den Schneeräumern der MA 48 in einem vereisten Schneehaufen vergraben.
2) Das Auto wurde nicht vergraben, aber Sie haben, wie immer, keinen Eiskratzer im Handschuhfach. Im Kofferraum auch nicht.
3) Weil es vielen so geht, fahren mehr als sonst mit den Öffis: Praktisch alle Busse, Bims und U-Bahnen sind komplett überfüllt.
4) Die überfüllten Öffis sind beheizt; man schwitzt wie blöd im Wintergewand.
5) Die Öffi-Heizungen überhitzen nicht nur die Menschen, sondern trocknen auch die nassen Mäntel, welche zum Dank betörende Gerüche verströmen.
6) Weil die meisten jener Wiener, deren Auto von der MA 48 nicht eingegraben wurde, bei Schneelage, sagen wir, weniger gute Autofahrer sind als ohne Schnee, stehen nicht nur Autos, sondern auch Bims und Busse im Stau: Was die Wartezeiten erheblich verlängert. Schlotter.
7) Angeschneit wird man auch als Fußgänger.
8) Jene 0,8 Prozent der Verkehrsteilnehmer, die einen nicht für wo angrennt halten, weil man mit dem Rad unterwegs ist, finden einen heldenhaft.
9) Die meisten Fahrrad-streifen wurden heuer von der MA 48 geräumt.
10) Die Fahrradwege sind derzeit nicht überbevölkert.
11) Frieren tut man sowieso; beim Radfahren wird einem aber bald warm. (Merke: Wien ist bergig.)
12) Man kommt, wo auch immer, ausgelüftet und erfrischt an, die Lunge nicht voller stinkiger, verbrauchter, sondern frischer Luft.
13) Man hat nicht die Zeit, nicht mit dem Rad zu fahren.
14) Man kann schönere Schuhe anziehen, weil man nicht durch Gatsch plantschen und auf Eis schlittern muss. Und allein dieser Grund zählt für zehn.