Doris Knecht
| 02/09
| Kurier-Kolumne
Zur Zeit lohnt es sich ein bissl nach Amerika hinüber zu schauen; man hat dabei wieder öfter Grund zur Freude. Zum Beispiel wurde eben Hillary Clinton als Außenministerin angelobt, und von Clinton werden wir jetzt doch schon länger begleitet.
Wir konnten ihr ziemlich lange bei ziemlich vielem zusehen, einiges davon sehr lehrreich, selbst wenn die meisten Aspekte der Hillary-Biografie den eigenen Erfahrungsbereich eher nie tangieren würden.
Manches aber doch. Wie ist man First Lady? Wie ist man die Frau eines Alphatiers? Wie macht man sein eigenes Ding, wenn man mit dem wichtigsten Mann der Welt verheiratet ist? Wie macht man sein eigenes Ding? Wie verschafft man sich Respekt?
Wie verhält man sich, wenn man betrogen wird? Wie verhält man, wenn man in aller Öffentlichkeit betrogen wird? Wie ist man Senatorin? Wie ist man Präsidentschaftskandidatin? Wie lacht man? Wie ehrgeizig darf man als Frau sein? Wie steckt man Rückschläge ein? Wie macht man trotzdem weiter? Lohnt es sich, festzuhalten? Wie ist man treu, ohne sich selbst zu verlieren? Wie ist man hart und weich zugleich? Was darf eine Frau?
Clinton erlaubte uns Frauen stets, unsere eigene Idee vom Frausein an einer berühmten Vorlage zu messen und etwas von ihr auf die eigene Biografie umzulegen, uns ein wenig von ihrem Mut, ihrem Dürfen-wollen und Dürfen-dürfen anzueignen: Ähnlich wie bei Madonna, nur dass das, was Hillary machte und war, immer konkreter, politischer, relevanter war.
Und ist. Und sein wird. Es ist gut, dass wir ihr auch weiterhin dabei zusehen können, wie man eine Frau ist: Eine starke, ehrgeizige Frau, die erfolgreich ihren Weg geht und sich nicht unterkriegen lässt.